Energiebereitstellung
Energiebereitstellung im sportlichen
Training
Die Energiebereitstellung im Körper
Bei Ausdauerleistungen wird der Körper eines Sportlers sehr komplex beansprucht. Um Training effektiv zu
gestalten ist es wichtig, die verschiedenen Prozesse zur Energiebereitstellung zu kennen und diese Kenntnisse beim
Training anzuwenden.
Grundsätzlich entsteht nur durch die Spaltung des Phosphats ATP die Energie, die der Muskel braucht, um zu
kontrahieren. Deshalb haben alle Stoffwechselprozesse zur Energiebereitstellung nur das Ziel, neues ATP zu
produzieren.
Die übrigen energieliefernden Prozesse dienen dem fortlaufenden Wiederaufbau (Resynthese) von ATP.
Ausschließlich in Ausnahme- und Notsituationen verwendet der Körper Eiweiße, um den Organismus stabil zu
halten.
Die vier Arten der ATP-Resynthese
Setzt sich der Körper und damit die Muskeln in Bewegung beginnt folgender Prozess:
1. Anaerob-alaktazider Prozess
Zunächst wird der Phosphatspeicher geleert und zeitgleich beginnt die anaerobe Glykolyse. Der Phoshatspeicher ist
spätestens, je nach Trainingszustand, nach 70 Sekunden aufgebraucht.
Kreatinphosphat + Adenosinphosphat ---> Kreatin + Adenosintriphosphat
Dies ist übrigens ein Grund, warum Kreatin-Präparate einen leistungssteigernden Effekt haben.
2. Anaerob-laktazider Prozess (anaerobe Glykolyse)
Die anaerobe Glykolyse und die aerobe Glykolyse dominieren ab ca. 1 Minute Arbeitsdauer.
Glucose (Glykogen) + Pi + ADP ---> Laktat + ATP
3. Aerobe Prozess (aerobe Glykolyse)
Zwischen zwei und 10 Minuten hat die anerobe Glykogenverwertung den höchsten Anteil an der
Energiebereitstellung.
Glycose (Glykogen) + Pi + ADP + O2 ---> CO2 + H2O + ATP
4. Aerober Prozess (Lipolyse, Fettverbrennung)
Erst nach
diesen 10 Minuten macht die aerobe Energiebereitsllung den größten Teil aus. Mit zunehmender Zeit werden dabei
immer mehr Fettsäuren verbrannt.
Freie Fettsäuren + Pi + ADp + O2 ---> Co2 + H2O + ATP
Aerobe und Anaerobe Prozesse im Körper
Grundsätzlich ist zu bedenken, dass Glykogen im Muskel oder in der Leber eingelagerte Glykose ist, die mehreren
Stoffwechselvorgängen unterliegt, bevor es zu ATP umgewandelt werden kann. Die aerobe Glykolyse dagegen ist
schneller verfügbar. Aerobe Energiebereitstellung bedeutet, dass noch immer genug Sauerstoff da ist um ATP zu
gewinnen. Bei der anaeroben Form baut der Körper zunächst eine Sauerstoffschuld auf, die dann erst wieder abgebaut
werden muss.
Der größte Unterschied von der aeroben zu anaeroben Glykolyse besteht in der Ausschüttung von Laktat, also dem
Salz der Milchsäure. Laktat ist eine enrergiereiches Stoffwechselzwischenprodukt. Dieses Produkt wird zwar
verstoffwechselt, jedoch nur langsam, dass bei vermehrter Laktatproduktion die Arbeit verringert werden muss. Denn
mit seiner Anreicherung im Muskel verändert es den Säurewert und übersäuert so den Muskel.
Die Energiebereitsstellung beim Krafttraining
Auch die Krafterzeugung ist unter energetischem Aspekt zu betrachten, da die Kontraktionsintensität und die
Arbeitsweise von einer bestimmten Energieflussrate abhängt. Auch wenn stets alle drei Varianten der
Energiebereitstellung gleichzeitig ablaufen, ist ein bestimmter Schwerpunkt ausschlaggebend.
Bei Maximalkraft, Schnellkraft und Reaktivkrafteinsatz, die Reaktivkraft wird bei schnell aufeinanderfolgenden
Wiederholungen eingesetzt, braucht der Körper den höchsten Energiefluss pro Zeit.
Dieser wird aus dem Phosphatspeicher bereit gestellt. Da dieser jedoch schnell verbraucht ist, setzt schnell
eine Übersäuerung ein.
Bei diesen Training kann der Phoasphatspeicher bei ATP auf plus 40 Prozent und bei Kreatinphosphat auf bis zu 70
% erhöht werden. Kraftausdauereinsätze mit submaximaler Intensität erfordern einen geringen Energiefluss, der nur
aus der aeroben Glykolyse bereit gestellt werden kann. Bei den Ausdauerkrafteinsätzen kommt es zu einer gemischten
anaeroben und aeroben Glykolyse.
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