Energiebereitstellung im sportlichen Training

René Gräber

Die Energiebereitstellung im Körper

Bei Ausdauerleistungen wird der Körper eines Sportlers sehr komplex beansprucht. Um Training effektiv zu gestalten ist es wichtig, die verschiedenen Prozesse zur Energiebereitstellung zu kennen und diese Kenntnisse beim Training anzuwenden.

Grundsätzlich entsteht nur durch die Spaltung des Phosphats ATP die Energie, die der Muskel braucht, um zu kontrahieren. Deshalb haben alle Stoffwechselprozesse zur Energiebereitstellung nur das Ziel, neues ATP zu produzieren.

Die übrigen energieliefernden Prozesse dienen dem fortlaufenden Wiederaufbau (Resynthese) von ATP. Ausschließlich in Ausnahme- und Notsituationen verwendet der Körper Eiweiße, um den Organismus stabil zu halten.

Die vier Arten der ATP-Resynthese

Setzt sich der Körper und damit die Muskeln in Bewegung beginnt folgender Prozess:

1. Anaerob-alaktazider Prozess
Zunächst wird der Phosphatspeicher geleert und zeitgleich beginnt die anaerobe Glykolyse. Der Phoshatspeicher ist spätestens, je nach Trainingszustand, nach 70 Sekunden aufgebraucht.

Kreatinphosphat + Adenosinphosphat ---> Kreatin + Adenosintriphosphat

Dies ist übrigens ein Grund, warum Kreatin-Präparate einen leistungssteigernden Effekt haben. 

2. Anaerob-laktazider Prozess (anaerobe Glykolyse)
Die anaerobe Glykolyse und die aerobe Glykolyse dominieren ab ca. 1 Minute Arbeitsdauer.

Glucose (Glykogen) + Pi + ADP ---> Laktat + ATP

3. Aerobe Prozess (aerobe Glykolyse)
Zwischen zwei und 10 Minuten hat die anerobe Glykogenverwertung den höchsten Anteil an der Energiebereitstellung.

Glycose (Glykogen) + Pi + ADP + O2 ---> CO2 + H2O + ATP

4. Aerober Prozess (Lipolyse, Fettverbrennung)
Erst nach diesen 10 Minuten macht die aerobe Energiebereitsllung den größten Teil aus. Mit zunehmender Zeit werden dabei immer mehr Fettsäuren verbrannt.

Freie Fettsäuren + Pi + ADp + O2 ---> Co2 + H2O + ATP

Aerobe und Anaerobe Prozesse im Körper

Grundsätzlich ist zu bedenken, dass Glykogen im Muskel oder in der Leber eingelagerte Glykose ist, die mehreren Stoffwechselvorgängen unterliegt, bevor es zu ATP umgewandelt werden kann. Die aerobe Glykolyse dagegen ist schneller verfügbar. Aerobe Energiebereitstellung bedeutet, dass noch immer genug Sauerstoff da ist um ATP zu gewinnen. Bei der anaeroben Form baut der Körper zunächst eine Sauerstoffschuld auf, die dann erst wieder abgebaut werden muss.

Der größte Unterschied von der aeroben zu anaeroben Glykolyse besteht in der Ausschüttung von Laktat, also dem Salz der Milchsäure. Laktat ist eine enrergiereiches Stoffwechselzwischenprodukt. Dieses Produkt wird zwar verstoffwechselt, jedoch nur langsam, dass bei vermehrter Laktatproduktion die Arbeit verringert werden muss. Denn mit seiner Anreicherung im Muskel verändert es den Säurewert und übersäuert so den Muskel.

Die Energiebereitsstellung beim Krafttraining

Auch die Krafterzeugung ist unter energetischem Aspekt zu betrachten, da die Kontraktionsintensität und die Arbeitsweise von einer bestimmten Energieflussrate abhängt. Auch wenn stets alle drei Varianten der Energiebereitstellung gleichzeitig ablaufen, ist ein bestimmter Schwerpunkt ausschlaggebend.

Bei Maximalkraft, Schnellkraft und Reaktivkrafteinsatz, die Reaktivkraft wird bei schnell aufeinanderfolgenden Wiederholungen eingesetzt, braucht der Körper den höchsten Energiefluss pro Zeit.

Dieser wird aus dem Phosphatspeicher bereit gestellt. Da dieser jedoch schnell verbraucht ist, setzt schnell eine Übersäuerung ein.

Bei diesen Training kann der Phoasphatspeicher bei ATP auf plus 40 Prozent und bei Kreatinphosphat auf bis zu 70 % erhöht werden. Kraftausdauereinsätze mit submaximaler Intensität erfordern einen geringen Energiefluss, der nur aus der aeroben Glykolyse bereit gestellt werden kann. Bei den Ausdauerkrafteinsätzen kommt es zu einer gemischten anaeroben und aeroben Glykolyse.

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