Medizinische Trainingstherapie (MTT)
Was ist die Medizinische
Trainingstherapie?
Die medizinische Trainingstherapie wird eingesetzt, um die eingeschränkte Bewegungsfreiheit einer Person
teilweise oder vollständig wieder herzustellen. Das eingesetzte Therapiemittel ist die Bewegung, parallel dazu
werden Atmung, Kreislauf, die Funktionen des Nervensystems und des Stoffwechsels verbessert. Dabei kommen Methoden
zum Einsatz, welche die Kraft, die Ausdauer und die Koordination verbessern.
Unter meist physiotherapeutischer Anleitung lernen die Patienten während ihrer frühen Rehabilitationsphase
die Übungen, um nach einer Verletzung oder einer Operation die ersten Bewegungen wieder ausführen zu können. Die
Medizinische Trainingstherapie stellt zu diesem Übungsprogramm eine sinnvolle Ergänzung dar. In Zusammenarbeit mit
dem Physiotherapeuten werden abgestimmte Trainingsprogramme mit Therapiegeräten erstellt, die man auch in
Fitnessstudios findet. Allerdings benötigen die Geräte die mpg-Norm (Medizin-Produkt-Gesetz)
Spezielle Rehaserien von Geräteherstellern wie z.B. Proxomed oder mkb (Manfred Keller) sind relativ aufwändig
konstruiert und machen eine sehr gezielte Trainingstherapie möglich. Die Abstufung der Gewichte ist ebenfalls
anders gestaltet als bei vielen Fitnessgeräten. Somit kann eine genauere Belastungsdosierung erreicht werden,
als dies mit "normalen" Fitnessgeräten möglich wäre.
Besonders viele Patienten sind während der Medizinischen Trainingstherapie sehr motiviert, da sich die
allgemeinen koordinativen Fähigkeiten sowie Kraft und Ausdauer zunehmend und schnell sichtbar verbessern.
Wie läuft eine Medizinische Trainingstherapie ab?
Eine Medizinische Trainingstherapie dauert unterschiedlich lange. Die Trainingseinheiten sind je nach
Trainingsziel in Dauer, Umfang, Intensität und Häufigkeit variabel.
Sie muss vom Arzt verschrieben werden und bevor die Therapie beginnen kann, stellen körperliche Funktionstests
die Belastbarkeit fest. Basierend auf diesen Erkenntnissen entwickelt ein Physiotherapeut dann die Trainingsziele
und das Trainingsprogramm für den Patienten.
Für welche Patienten ist die Trainingstherapie geeignet?
Alle Patienten, die Muskeldefizite im Bereich Ausdauer, Kraft, Kraftausdauer und Koordination haben sollten
diese Therapie in Anspruch nehmen. Dies kann zum Beispiel nach einer Hüftoperation, bei einem Kreuzbandschaden oder
bei Gelenkverschleiß der Fall sein. Ebenso sind Patienten mit chronischen Erkrankungen, die eine verminderte
Leistungsfähigkeit mit sich bringen, für diese Therapie geeignet. Patienten, die jedoch nach einer Operation noch
nicht übunsstabil sind oder akute Erkrankungen haben sollten keine Medizinische Trainingstherapie durchführen. Das
gleiche gilt für Personen, die diese Therapie innerlich ablehnen. Die so genannte Compliance, also der
Trainingswille des Patienten, ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.
Wo ist der Unterschied zwischen der Physiotherapie und der Medizinischen
Therapie?
Die medizinische Trainingstherapie ist ein Bestandteil der Physiotherapie. Unter Physiotherapie bzw.
Krankengymnastik stellen sich die meisten Menschen ja eher vor, dass man Übungen auf dem Boden machen muss, oder
von einem Krankengymnast auf einer Therapieliege "behandelt" wird - z.B. mit Massage.
In der ersten Phase der Rehabilitation führen die Physiotherpeuten sehr komplexe Übungen durch, damit der
Patient überhaupt erst einmal wieder die Kontrolle über seinen Körper zurück erhält.
Dann jedoch kann die Medizinische Traininstherapie den vollen körperlichen Gesundheitszustand wieder herstellen.
Liegt die Stärke der Pysiotherapie vor allem in der Entwicklung von neurologischer Fähigkeiten und im Beheben von
Mobiltätsdefiziten, hat die Medizische Trainingstherapie ihre Stärke in der methodischen Entwicklung von Kraft und
lokaler Kraftausdauer und funktioneller Vorbereitung zur aktiven Teilnahme an allen Bereichen des Lebens.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die Krankenkasse übernimmt seit 2001 die Kosten für einen Pysiotherapeuten mit der Zusatzqualifikation MTT/MAT
(Medizinische Trainingstherapie / Medizinisches Aufbautraining). Die normale Zuzahlung pro Rezept ist für
gesetzlich Versicherte Pflicht. Ausnahmen gibt es bei der Zuzahlung nur für Zuzahlungsbefreite.
Vom Arzt kann sowohl die MTT verordnet werden, als auch KGG (Krankengymnastik am Gerät). Beides ist im Grunde
das Selbe. Der Arzt legt bei der Verordnung fest, ob es sich um eine Einzelverodnung oder um eine Therapie in der
Gruppe handelt.
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