Superkompensation
Warum Sie das Prinzip der Superkompnesation kennen sollten
Definition des Begriffs
Überkompensation oder auch Superkompensation ist ein Begriff der Trainingslehre, der im Breiten-, wie
auch im Leistungssport Anwendung findet. Die Überkompensation bezeichnet die Anpassung des Körpers an den
Trainingsumfang und die daraus resultierende Steigerung der Kraft- und Ausdauerleistungen.
Die Superkompensation besteht aus einem Zyklus von größerer sportlicher Belastung, Ermüdung, Erholung
und der dann darauf folgenden Superkompensation, in der der Körper größere Energien zur Verfügung stellt. Der
Körper wird während dieser Bewegungsphase dazu gebracht, seine Reserven anzugreifen. Während der Erholungsphase
füllt der Körper allerdings nicht nur wieder auf, er stellt zusätzliche Kräfte und Energien bereit, um für eine
neue stärkere Belastung gerüstet zu sein, damit die nächste Belastung nicht wieder an die Reserven geht.
Dieser Ablauf funktioniert nur deshalb, weil sich alle Organe des Körpers grundsätzlich in einem Zustand der
Reaktionsbereitschaft befinden. Das heißt, dass jeder Organismus dazu tendiert, das dynamische Gleichgewicht des
Körpers auch unter Belastung beizubehalten. Diese Streben nach Gleichgewicht, das man auch Homöostase nennt,
bezieht sich hier auf den biochemischen Zustand des inneren Milieus. Nun werden, wenn die Trainingsbelastung
eintritt, Reize ausgelöst, die den Stoffwechselmechanismus, die Blut- und Sauerstoffversorgung und andere
Regulationsmechanismen beanspruchen. Durch die Überkompesation nach der starken Belastung wird nun die energetische
Waage, bezüglich der Kraft- und Ausdauerleistungen wieder ins Gleichgewicht, also in die Homöostase, gebracht.
Training mit dem Modell der Superkompensation
Nach dem Modell werden während der sportlichen Tätigkeit die entscheidenden Reize für den Anpassungsvorgang
gesetzt. Dieser Zeitraum nennt sich Belastungszeitraum.
Darauf folgt der Erholungszeitraum von ca. 2 bis 3 Tagen, aber auch bis zu sieben Tage sind
möglich, wie zum Beispiel beim Maximalkrafttraining.
Der Körper erneuert seine biochemisches Ausgangsniveau und leitet eine Überkompensation ein,
das heißt nun stehen noch mehr Reserven zur Verfügung. Zu diesem Zeitpunkt, also wenn der Körper über sein
eigentliches Niveau hinaus Reserven produziert, sollte der nächste Trainingsreiz gesetzt werden, um das
vergrößerte "Reservoir" zu nutzen.
Denn: schon nach spätestens drei Tagen nimmt das Reservoir wieder ab und der nächste Reiz kann maximal das
vorherige Niveau der Überkompensation erreichen. So verschiebt sich im Verlaufe der Anpassungsprozesse das
Leistungsniveau immer weiter nach oben - was ja auch das Ziel für die meisten Trainierenden ist.
Bei der Trainingsplanung ist zu bedenken, dass jeder Körper individuell
reagiert.
Beobachtet man außerdem, dass keine Überkompensation eintritt, können dafür mehrere Gründe vorliegen: entweder
war die Belastungsintensität zu gering oder die Erholungsphase zu lang.
Das Training kann aber auch dann nicht "fruchten", wenn der nächste Reiz zu früh gesetzt worden ist und somit in
die Erholungsphase fällt.
Die Parameter wie Intensität des Trainings, Belastungsdauer, Pausenlänge und Zyklus des Trainings müssen in
Zusammenarbeit mit dem Trainer und den Sportlern konzipiert werden.
Erfahrungen mit dem Modell, eine gute körperliche Selbsteinschätzung und eine gutes Trainingskonzept sind also
die Voraussetzung, um dieses Modell effektiv für die Trainingssteuerung einzusetzen.
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