Vibrationstraining
Vibrationstraining als Alternative zu traditionellem
Training?
Was ist
Vibrationstraining?
Im Gegensatz zur aktiven Muskelarbeit werden beim
Beschleunigungs- oder Vibrationstraining die Muskeln passiv
dazu angeregt, sich zu vergrößern. Mit bis zu 60 Hertz wird
eine Person, die auf einer kleinen Platte steht, geschüttelt.
Je nach Hersteller gibt es verschiedene Varianten.
Die Platte bewegt sich entweder auf- und ab, rüttelt
dreidimensional oder simuliert eine Laufbewegung. Dabei werden
kleine Muskelkontraktionen und Dehnreflexe ausgelöst. So soll
die Leistung der Muskulatur gesteigert werden. Die
verschiedenen Zielgruppen Sportler, Astronauten, ältere
Menschen oder auch Personen, die eine Verletzung erlitten
haben, verwenden diese neue Technologie, um ihre Muskeln zu
stärken.
Der Ursprung der
Erfindung
Das Muskelvibrationstraining stammt ursprünglich aus der
Weltraumforschung. Der Aufenthalt im Weltraum degeneriert die
Muskeln der Astronauten sehr stark.
Im Normalfall müssen die Astronauten bis zu zwei Stunden
täglich trainieren, um diesen Verfall in der Schwerelosigkeit
aufzuhalten. Der Sportwissenschaftler Wladimir Nasarow
entdeckte 1978, dass Vibrationen sich positiv auf den
menschlichen Bewegungsapparat auswirken. So setzte die UdSSR
das Vibrationstraining bei Kosmonauten und Leistungssportlern
ein.
Anwendungsgebiete des
Vibrationstrainings
Die Methode scheint sich für Patienten, die an Muskelschwund
leiden, besonders zu eignen. Das Zentrum für Muskel- und
Knochenforschung an der Charité Berlin fand heraus, dass das
Vibrationstraining Muskeln erhalten und mit der Zunahme der
Muskelkraft auch die Knochenmasse ansteigt. Dabei wurden an 10
Personen ein Vibrationstraining über acht Wochen durchgeführt,
während die Kontrollgruppe immobil im Bett liegen musste. Die
Kontrollgruppe verlor im Durchschnitt bis zu 25% ihrer
Muskelquerschnittsfläche, während die Personen, die das
Vibrationstraining durchführten nur 9,5% ihrer
Muskelquerschnittsfläche verloren.
Außerdem wird diese Trainingsmethode im Hochleistungssport
eingesetzt. Bei der deutschen Volleyballjugend wurde eine
Kraftzunahme nach dem Training mit dem Vibrationstrainer
vermeldet. So wurde an der Universität von Rom unter der
Leistung von Bosco eine Studie mit Volleyballerinnen
durchgeführt, die zeigt, dass nach Ende der Testreihe ein
signifikanter Unterschied in der Leistungsfähigkeit der Beine
erreicht wurde.
Das Bein, das mit Vibrationstraining trainiert wurde,
erreichte dabei die besseren Werte. Die Studie wurde bei sechs
Probandinnen mit einer Beinpresse einbeinig mit verschiedenen
Zusatzlasten durchgeführt.
Doch auch für die Breiten- und Gesundheitssportler wäre die
Vibrationsmethode von Vorteil. Vor allem Sportmediziner Hartard
ist der Meinung, dass schon ein dreimaliges Vibrationstraining
von nur fünf Minuten in der Woche dem allgemeinen Muskel und
Knochenabbau immens vorbeugen könnte.
Kritik
Obwohl es laut Studie der Sporthochschule Köln aus dem Jahre
2005 nachgewiesen scheint, dass gerade bei Untrainierten ein
Kraftzuwachs mit dem Vibrationstraining gut möglich ist und
positive Auswirkungen beim Schnellkrafttraining auftreten, gibt
es dennoch einige gegenläufige Tendenzen, die Kritik verlauten
lassen.
Auffällig ist, dass das Vibrationstraining beim
Maximalkraftaufbau kaum Wirkung zeigt.
Es gibt außerdem Studien, die in ähnlichen Testreihen
(Scherzer 2002) keinen signifikanten Zuwachs gegenüber
herkömmlichen Training zeigen, aber es gibt eben auch Studien
(Bosco 1999), die genau gegenteilige Ergebnisse vorweisen
können.
Empfehlung
Letztendlich bleibt festzuhalten, dass das
Vibrationstraining vor allem bei Untrainierten von großen
Vorteil sein kann. Es ist außerdem sinnvoll, es bei
Knochenschwund oder zur Ergänzung von herkömmlichen
Trainingsmethoden einzusetzen, ebenso ergeben sich beim
Schnellkrafttraining gute Ergebnisse. Alles in allem ist das
Vibrationstraining für die speziell genannten Ziele gut zu
empfehlen.
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