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Ausdauer, Gesundheit

3 Stunden stehen = 10 Marathonläufe im Jahr?

Joggen im Alter

Aus Großbritannien kommt eine interessante Aussage, dass etwas mehr stehen am Tag auch einen gesundheitlichen Vorteil mit sich bringt.

Dr. Loosemore hatte die medizinische Betreuung der Olympia-Boxer von Großbritannien während der Olympischen Spiele in London 2012 inne.

Besagter Doktor behauptet jetzt, dass tägliches Stehen von 3 Stunden die gleichen gesundheitlichen Effekte ausübt wie 10 Marathonläufe im Jahr. Kann das sein?

Dr. Loosemore scheint auch einen Sinn fürs Praktikable zu haben. Denn er kritisiert die offiziellen Leitlinien und Empfehlungen seitens der britischen Gesundheitsbehörden, die für jeden Tag 30 Minuten mittelschwere körperliche Übungen empfehlen und das 5 mal in der Woche.

Diese Empfehlungen sind so unrealistisch, dass nur 7 Prozent der Männer und 4 Prozent der Frauen dem nachkommen (können oder wollen oder beides).

 

Bei uns gibt es das Robert-Koch-Institut, dass auch seine offiziellen Empfehlungen zu Papier gebracht hat (http://www.gbe-bund.de/gbe10/owards.prc_show_pdf?p_id=12516&p_sprache=D).

Ob die besser oder praktikabler sind, das sei dahingestellt: Die Robert-Koch-Institütler empfehlen „leichte bis moderate Aktivitäten, wie lange Spaziergänge, Radfahren oder moderat anstrengende Gartenarbeiten“, die nachweislich positiv auf die Gesundheit wirken.

Auch hier kommt die britische Empfehlung: „Für alle Erwachsenen wird empfohlen, mindestens eine halbe Stunde an den meisten, am besten an allen Tagen der Woche auf einem moderaten bis anstrengendem Niveau körperlich aktiv zu sein.“

Bingo! Man will auch hier in keinem Fall hinter den Briten zurückstehen, wenn es um „seltsame“ Vorschläge und Vorstellungen geht. Man hat nur mit typisch deutscher Gründlichkeit noch ein paar konkrete Sachen dazu gesetzt, die dann auf jeden Fall keiner und niemand machen kann.

Oder können Sie jeden Tag lange spazieren gehen oder im tief verschneiten Garten einer Gartenarbeit nachgehen?

Man muss der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts aber eines zugute halten: Sie bringen einen Tipp, den auch Dr. Loosemore empfiehlt. Und das ist die Erhöhung von anscheinend simplen körperlichen Aktivitäten, wie zum Beispiel Treppe statt Aufzug.

In dem Fall, dass man in den 50. Stock vom Wolkenkratzer muss, dann lässt man sich bis zum 49. Stock kutschieren und nimmt die letzte Etage über die Treppe. Oder man parkt nicht neben dem Eingang vom Geschäftshaus oder Einkaufszentrum sondern am Ende des Parkplatzes, so dass man ein wenig zu laufen hat.

Dies sind Dinge, die machbar sind. Man muss sich nur an sie erinnern und dann durchführen. Und genau daran scheitern die meisten Menschen. Ich beobachte das immer und immer wieder.

Und zu diesen Kleinstmengen an körperlicher Aktivität gehört auch das Stehen. Jetzt wird es natürlich wieder unpraktikabel, wenn ich Ihnen 3 Stunden Stehen am Tag „verschreibe“. Die Botschaft lautet, dass man bemüht sein sollte:

  1. das einfache Stehen nicht zu unterschätzen in Bezug auf seine gesundheitliche Bedeutung und
  2. deshalb so viel wie möglich am Tag zu stehen, anstatt zu sitzen.

Für Dr. Loosemore ist klar, dass solche Mini-Einheiten an körperlicher Belastung in ihrer Gesamtheit einen signifikanten Beitrag zur Gesundheit leisten.

Er sagt: „Stehen (statt sitzen) verbessert die Gesundheit. Es reduziert das Risiko von Herzkrankheiten, Diabetes, Krebserkrankungen. Es senkt Cholesterin und macht die Leute schlanker.“

Das Geheimnis hier ist, dass man diese kleinen Dinge oft, beziehungsweise so oft wie möglich machen muss. Es muss Bestandteil der täglichen Gewohnheiten werden.

Die englischen Empfehlungen bestätigen die Einschätzungen von Dr. Mercola aus den USA, der ebenfalls empfiehlt, bei einer sitzenden Arbeit mindestens 35 Mal am Tag von seinem Sitzmöbel aufzustehen und für 1 Minute ein paar leichte körperliche Übungen zu machen: The Importance of Intermittent Movement for Longevity.

Sitting Kills, Moving Heals auch hier diskutiert Dr. Mercola die Notwendigkeit von körperlicher Betätigung und sei sie noch so „lächerlich“ einfach. Auch hier kommt wieder sein Rat, bei sitzender Betätigung über 30 Mal pro Tag den Stuhl zu verlassen und sich körperlich zu betätigen.

Man braucht dazu nicht im Büro mit Stabhochsprung zu beginnen, sondern Strecken, Kniebeugen, ein kurzer Gang zum Fenster und so weiter reichen vollkommen. Laut Meinung von Dr. Mercola ist der einfache Akt des Aufstehens vom Stuhl schon wirksamer als gehen.

Übrigens: Wenn Dich solche Informationen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Fitness-Newsletter dazu an:

Unter Sitting All Day: Worse For You Than You Might Think beschreibt er die negativen Auswirkungen von langwierigem Sitzen:

  • Männer, die mehr als 23 Stunden in der Woche sitzen haben ein 64 Prozent höheres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben als solche, die weniger als 11 Stunden pro Woche sitzen: Medicine & Science in Sports & Exercise.
  • Eine Studie mit mehr als 17.000 Kanadiern zeigte, dass das Mortalitätsrisiko für alle Todesursachen 1,54 mal höher war bei Leuten, die die meiste Zeit des Tages sitzend verbrachten als bei Leuten, die weniger am Tag saßen: Sitting time and mortality from all causes, cardiovascular disease, and cancer.
  • Die Zeiten für die Sitzdauer ist ein Prädiktor beziehungsweise Indikator für Gewichtszunahme, auch wenn die Betroffenen eine Kalorienrestriktion vornehmen und in der Freizeit sich körperlich betätigen. Dies zeigte eine australische Arbeit mit Frauen: Identifying the energy gap: magnitude and determinants of 5-year weight gain in midage women.
  • Das Risiko für ein metabolisches Syndrom steigt in einer dosisabhängigen Art und Weise, basierend auf der Zeit, die man vor dem Fernseher oder dem Computermonitor sitzt. Körperliche Bewegung hatte nur eine minimale Auswirkung auf den Zusammenhang zwischen metabolischen Syndrom und Sitzzeiten: Relationship between screen time and metabolic syndrome in adolescents.
  • Leute, die 11 Stunden um mehr in der Woche am Computer sitzen oder vor dem Fernseher mehr als 21 Stunden, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit für Übergewicht als jene, die den Computer oder den Fernseher nur 5 Stunden und weniger die Wochen nutzen: Sedentary behaviour and obesity.
  • Too much sitting: a novel and important predictor of chronic disease risk? fasst nochmals die Untersuchungsergebnisse zu diesem Thema zusammen. Auch hier kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass langes Sitzen mit metabolischem Syndrom, Diabetes Typ-2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen chronischen Erkrankungen liiert ist.

Fazit

Der menschliche Körper ist eine „Maschine“, die bewegt werden will. Er ist für Bewegung gebaut. Und der Spruch „wer rastet, der rostet“ ist alles andere als ein flotter Spruch ohne Relevanz. Im Gegenteil. Er bringt die Sachverhalte auf den Punkt.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter „Unabhängig. Natürlich. Klare Kante.“ dazu an:

Rene Gräber:

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27. Juni 2014/2 Kommentare/von René Gräber
https://www.der-fitnessberater.de/wp-content/uploads/2014/06/sport_stockxpertcom_id278400.jpg 338 510 René Gräber https://www.der-fitnessberater.de/wp-content/uploads/2025/07/yamlog-300x87.png René Gräber2014-06-27 13:34:092023-05-01 13:38:253 Stunden stehen = 10 Marathonläufe im Jahr?
2 Kommentare
  1. Enrico "Enno" Roitsch
    Enrico "Enno" Roitsch sagte:
    16. April 2015 um 21:29

    Sehr coole Info. Aber das merk ich auch immer wenn ich am Wochenende bei manchen Veranstaltungen arbeite und dann teilweise sogar bis zu 14 Std stehen darf mit wenig herum laufen oder sitzen.
    Da fühl ich mich nach einem Hardcore Workout im Gym entspannter 😉

    Antworten

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Wer schreibt hier

Mein Name ist René Gräber. Ich bin Naturheilkundler und Sportwissenschaftler und seit 1998 in eigener Praxis tätig. Seit über 25 Jahren beschäftige ich mich mit der Frage, was Menschen körperlich leistungsfähig und geistig klar hält – auch jenseits der 50. Krafttraining, Stoffwechsel und Gehirngesundheit stehen dabei im Mittelpunkt. Auf der-fitnessberater.de teile ich Studien, Praxiserfahrungen und klare Einordnungen – ohne Fitnessmythen, ohne Marketinglärm, dafür mit Fokus auf das, was tatsächlich wirkt.

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