Plötzlich läuft es wie von selbst. Die Beine bewegen sich fast mühelos, der Kopf wird frei und eine tiefe Zufriedenheit breitet sich aus. Manche Läufer beschreiben diesen Zustand als regelrechtes Glücksgefühl. Andere empfinden eine ungewöhnliche Ruhe, während die Anstrengung vorübergehend in den Hintergrund tritt.

Dieses Phänomen hat einen Namen: Runner’s High, auf Deutsch auch Läuferhoch genannt.

Lange Zeit galt es als gesichert, dass dafür vor allem Endorphine verantwortlich sind. Diese Erklärung findet sich noch heute in zahllosen Fitnessratgebern. Inzwischen weiß man allerdings, dass die Sache wesentlich interessanter ist.

Forscher beschäftigen sich heute vor allem mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System. Eine besondere Rolle spielt dabei der Botenstoff Anandamid. Und neuere Untersuchungen zeigen, dass weder stundenlanges Laufen noch eine besonders hohe Belastungsintensität notwendig sind, damit sich unsere Stimmung durch Bewegung deutlich verbessert.

Was also geschieht tatsächlich in unserem Körper? Warum erleben manche Läufer dieses Hochgefühl, andere dagegen nie? Und lässt sich das Runner’s High durch die richtige Trainingsgestaltung begünstigen?

Was ist das Runner’s High eigentlich?

Das Runner’s High bezeichnet einen besonderen körperlichen und psychischen Zustand, der während oder nach einer längeren Ausdauerbelastung auftreten kann.

Typisch sind ein gesteigertes Wohlbefinden, innere Ruhe, eine verminderte Ängstlichkeit und manchmal eine regelrechte Euphorie. Auch das subjektive Schmerzempfinden kann vorübergehend abnehmen.

Einige Läufer berichten, dass sie nach einer gewissen Zeit ihren gewohnten Laufrhythmus finden und die Bewegung plötzlich ausgesprochen leicht erscheint. Andere verlieren das Zeitgefühl oder verspüren eine ungewöhnliche geistige Klarheit.

Dabei sollte man zwischen dem eigentlichen Runner’s High und der gewöhnlichen Stimmungsverbesserung nach körperlicher Aktivität unterscheiden.

Fast jeder kennt das angenehme Gefühl, nach einem gelungenen Training etwas für sich getan zu haben. Das ausgeprägte Läuferhoch geht darüber hinaus. Es kann deutlich intensiver sein und bereits während der Belastung einsetzen.

Allerdings gibt es keine allgemein anerkannte Messgrenze, ab der ein gutes Laufgefühl wissenschaftlich eindeutig als Runner’s High gilt. Das macht die Erforschung des Phänomens nicht gerade einfach.

Sind tatsächlich die Endorphine für das Läuferhoch verantwortlich?

Wer sich mit dem Runner’s High beschäftigt, stößt fast zwangsläufig auf die Endorphine.

Endorphine sind körpereigene Opioidpeptide. Sie binden an Opioidrezeptoren und wirken unter anderem an der Regulation von Schmerzempfinden und emotionalen Reaktionen mit.

Die ursprüngliche Überlegung war deshalb durchaus plausibel: Wenn der Körper bei intensiver Belastung solche Stoffe ausschüttet, könnten sie auch die mitunter euphorischen Gefühle beim Laufen erklären.

Eine viel beachtete Untersuchung aus Deutschland schien diese Annahme 2008 zu bestätigen.

Wissenschaftler um Henning Boecker untersuchten zehn Ausdauersportler mittels Positronen-Emissions-Tomografie (PET). Die Teilnehmer absolvierten einen etwa zweistündigen Lauf. Anschließend fanden die Forscher Veränderungen an Opioidrezeptoren in verschiedenen Hirnregionen, die unter anderem an der Verarbeitung von Emotionen beteiligt sind.

Die Veränderungen standen mit der berichteten Euphorie in Zusammenhang.

Das war ein interessanter Befund. Er zeigte, dass das körpereigene Opioidsystem beim Ausdauerlauf aktiviert werden kann. Bewiesen war damit allerdings noch nicht, dass gerade diese Aktivierung das Läuferhoch auslöst.

Denn zwischen zwei Aussagen besteht ein erheblicher Unterschied: Ein Botenstoff verändert sich während einer bestimmten Erfahrung. Oder dieser Botenstoff ist tatsächlich die Ursache dieser Erfahrung.

Diese Unterscheidung wurde erst durch spätere Experimente richtig deutlich.

Das entscheidende Experiment: Runner’s High trotz blockierter Opioidrezeptoren

Im Jahr 2021 veröffentlichten Forscher um Michael Siebers und Johannes Fuss eine besonders aufschlussreiche Studie.

63 Teilnehmer absolvierten unter kontrollierten Bedingungen Lauf- und Geheinheiten von jeweils 45 Minuten. Die Untersuchung war randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert.

Ein Teil der Teilnehmer erhielt Naltrexon, einen Wirkstoff, der Opioidrezeptoren blockiert.

Die Überlegung dahinter war einfach: Wenn Endorphine für die Euphorie beim Laufen verantwortlich sind, müsste sich dieser Effekt durch die Blockade der entsprechenden Rezeptoren zumindest deutlich abschwächen.

Das geschah jedoch nicht.

Nach dem Laufen berichteten die Teilnehmer über stärkere Euphorie und geringere Ängstlichkeit als nach dem Gehen. Diese Veränderungen traten auch unter der Opioidblockade auf.

Gleichzeitig stiegen die Konzentrationen bestimmter Endocannabinoide im Blut an.

Das Ergebnis spricht deutlich dagegen, dass die euphorisierende und angstlösende Wirkung des Laufens zwingend von der Aktivierung körpereigener Opioidrezeptoren abhängt.

Damit ist nicht ausgeschlossen, dass Endorphine andere Wirkungen während der Belastung entfalten. Als alleinige Erklärung für das Runner’s High reichen sie aber nicht aus.

Anandamid: Der körpereigene Botenstoff des Wohlbefindens

Damit kommen wir zu einem Stoff, von dem viele Menschen noch nie gehört haben: Anandamid. Anandamid gehört zu den sogenannten Endocannabinoiden. Das sind körpereigene Lipidbotenstoffe, die mit dem Endocannabinoid-System zusammenwirken.

Dieses System ist an zahlreichen Regulationsvorgängen beteiligt, darunter Schmerzverarbeitung, Stressreaktionen, Stimmung, Appetit und Schlaf. Anandamid bindet unter anderem an Cannabinoidrezeptoren vom Typ CB1, die in vielen Bereichen des Gehirns vorkommen.

Der Name ist übrigens bemerkenswert: Er leitet sich vom Sanskrit-Wort Ananda ab, das sinngemäß für Glückseligkeit oder Freude steht. Das bedeutet natürlich nicht, dass Anandamid grundsätzlich Glück erzeugt. Seine Wirkungen hängen davon ab, wo und unter welchen Bedingungen es aktiv wird.

Für die Erforschung des Runner’s High ist der Stoff aber aus mehreren Gründen interessant. Anders als die vergleichsweise großen Endorphinmoleküle ist Anandamid fettlöslich und kann die Blut-Hirn-Schranke passieren. Außerdem lässt sich beobachten, dass seine Konzentration nach Ausdauerbelastungen häufig ansteigt.

Neben Anandamid spielt ein weiterer körpereigener Botenstoff eine Rolle: 2-Arachidonoylglycerol, meist kurz 2-AG genannt. Beide Stoffe gehören zum Endocannabinoid-System, reagieren auf körperliche Aktivität aber nicht immer gleich. Wichtig ist eine Einschränkung: Wenn Wissenschaftler einen erhöhten Anandamidspiegel im Blut messen, wissen sie damit noch nicht automatisch, wie stark das Endocannabinoid-System gerade in den einzelnen Hirnregionen aktiv ist.

Trotzdem sprechen inzwischen mehrere Untersuchungen dafür, dass dieses System wesentlich an den emotionalen Wirkungen längerer Ausdauerbelastungen beteiligt sein könnte.

Was neuere Studien über das Runner’s High zeigen

Die Forschung ist inzwischen erheblich weiter als zu der Zeit, als das Läuferhoch hauptsächlich mit Endorphinen erklärt wurde. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2023 wertete 21 Humanstudien zum Endocannabinoid-System bei Ausdauerbelastung aus. Bei 14 von 17 Untersuchungen mit einmaliger Belastung stiegen die gemessenen Endocannabinoidwerte an.

Auch eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse aus dem Jahr 2022 fand insgesamt einen Anstieg der Endocannabinoidkonzentrationen nach körperlicher Aktivität. Das betraf besonders Anandamid, während die Ergebnisse für andere Botenstoffe uneinheitlicher ausfielen.

Eine Untersuchung von 2024 mit 16 Läufern lieferte weitere Hinweise. Nach einem 60-minütigen Lauf im Freien hatten sich sowohl die Stimmung als auch die Konzentrationen von Anandamid und 2-AG verbessert beziehungsweise erhöht.

Interessant war dabei, dass regelmäßige Läufer einen stärkeren Stimmungsanstieg berichteten als gelegentliche Läufer. Die biologischen Reaktionen unterschieden sich jedoch nicht in allen Punkten entsprechend.

Daran sieht man bereits: Das Verhältnis zwischen messbaren Botenstoffen und subjektivem Wohlbefinden ist komplizierter, als es die einfache Formel „mehr Anandamid gleich mehr Glück“ vermuten lässt.

Die neue Marathonstudie von 2026: Mehr Anandamid bedeutet nicht automatisch mehr Euphorie

Besonders interessant finde ich eine Untersuchung, die am 1. September 2026 in der Fachzeitschrift BMC Medicine veröffentlicht wurde.

Die Forscher begleiteten 19 trainierte Läufer bei einem Marathon und verglichen die Reaktionen mit einer zeitlich vergleichbaren Gehbelastung. Zusätzlich untersuchten sie 36 Teilnehmer von Ultramarathonläufen über 100, 160 oder 230 Kilometer.

Während des Marathons stiegen die Anandamidkonzentrationen fortlaufend an. Auch nach einer 45-minütigen Erholungsphase blieben sie erhöht.

Die Marathonbelastung war im Vergleich zum Gehen außerdem mit stärkerer Euphorie und geringerer Ängstlichkeit verbunden.

Bei den Ultramarathonläufern zeigte sich allerdings ein bemerkenswerter Unterschied.

Zwar waren auch bei ihnen nach dem Rennen die Anandamidwerte erhöht. Gleichzeitig berichteten sie über weniger Angst, aber nicht über einen statistisch signifikanten Anstieg der Euphorie. Das Schmerzempfinden nahm sogar zu.

Diese Ergebnisse sind wichtig, weil sie eine allzu einfache Erklärung infrage stellen.

Offenbar bedeutet ein stärker aktiviertes Endocannabinoid-System nicht automatisch ein stärkeres Glücksgefühl. Erschöpfung, Schmerzen und andere Belastungsreaktionen können das emotionale Gesamterleben beeinflussen.

Die Studie beweist also nicht, dass Anandamid das Runner’s High verursacht. Sie bestätigt aber, dass längeres Laufen mit deutlichen Veränderungen des körpereigenen Endocannabinoid-Systems verbunden ist.

Wann setzt das Runner’s High ein?

Hier hält sich seit Jahren ein hartnäckiger Mythos. Häufig liest man, dass das Runner’s High erst nach einer Stunde Laufen entsteht und dafür eine sehr hohe Belastungsintensität erforderlich sei. Eine solche starre Grenze lässt sich aus der Forschung nicht ableiten.

Bereits die erwähnte Studie von 2021 zeigte nach 45 Minuten moderat bis zügig intensivem Laufen eine ausgeprägte Verbesserung der Stimmung. Auch andere Untersuchungen deuten darauf hin, dass körperliche Belastungen von ungefähr 30 bis 60 Minuten geeignet sind, Veränderungen des Endocannabinoid-Systems hervorzurufen.

Allerdings bedeutet das nicht, dass nach 30 oder 45 Minuten automatisch eine Euphorie einsetzt. Entscheidend sind unter anderem die persönliche Fitness, die Belastungsintensität und individuelle Reaktionen des Organismus.

Bemerkenswert ist, dass besonders hohe Intensitäten keineswegs grundsätzlich die stärksten Endocannabinoidreaktionen hervorrufen. Untersuchungen sprechen eher dafür, dass eine mittlere bis zügige, aber kontrollierbare Ausdauerbelastung günstig sein kann.

Wer unbedingt ein Runner’s High erleben möchte und deshalb von Anfang an möglichst schnell läuft, verfolgt möglicherweise gerade die falsche Strategie.

Wie unterschiedlich sich Belastungen auf den Organismus auswirken, erläutere ich auch in meinem Beitrag Wie anstrengend soll ein Fitness-Training sein?. Die richtige Trainingsintensität hängt schließlich nicht allein von einer bestimmten Pulszahl ab.

So können Sie ein Runner’s High beim Laufen begünstigen

Eine Garantie gibt es nicht. Trotzdem lassen sich aus der Forschung einige praktische Überlegungen ableiten.

1. Wählen Sie ein Tempo, das Sie länger halten können

Für die meisten Freizeitläufer ist ein gleichmäßiges, gut kontrollierbares Tempo sinnvoller als ein ständiger Wechsel zwischen hoher Belastung und Erschöpfung.

Als Orientierung kann eine subjektive Belastung von etwa 4 bis 6 auf einer Skala von 0 bis 10 dienen.

Bei moderatem Tempo sollten noch ganze Sätze möglich sein. Im etwas zügigeren Bereich wird das Sprechen anstrengender, ohne dass Sie völlig außer Atem geraten.

Diese Werte sind eine praktische Orientierung für das Training, keine wissenschaftlich gesicherte Glückszone.

Vor allem ungeübte Läufer sollten sich nicht an Herzfrequenzwerten orientieren, die in Studien mit trainierten Teilnehmern verwendet wurden.

2. Laufen Sie möglichst gleichmäßig

Aus meiner sportwissenschaftlichen Sicht spricht einiges dafür, das Laufen zunächst als rhythmische Ausdauerbelastung zu betrachten.

Wenn Sie ständig anhalten, beschleunigen und wieder abbremsen, verändert sich Ihr Belastungsempfinden immer wieder.

Bei einem gleichmäßigen Lauf haben Sie dagegen Gelegenheit, einen angenehmen Bewegungsrhythmus zu finden.

Das muss nicht zwangsläufig ein Runner’s High auslösen. Es kann aber helfen, das Laufen weniger als anstrengende Pflicht und mehr als fließende Bewegung zu erleben.

3. Geben Sie Ihrem Körper genügend Zeit

Wer bereits über eine solide Ausdauergrundlage verfügt, kann gelegentlich einen ruhigen Lauf von 30 bis 45 Minuten einplanen.

Das ist ein vernünftiger Ausgangspunkt, um zu beobachten, wie die eigene Stimmung auf längere, gleichmäßige Belastungen reagiert.

Anfänger sollten diese Dauer jedoch nicht erzwingen.

Wer bislang kaum gelaufen ist, beginnt besser mit kurzen Laufeinheiten und Gehpausen. Erst wenn sich die Belastung gut verträgt, werden die Laufabschnitte allmählich verlängert.

Wie Sie den Einstieg sinnvoll gestalten, beschreibe ich ausführlich in meiner Anleitung Joggen für Anfänger. Dort finden Sie auch einen stufenweisen Aufbau für die ersten Trainingswochen.

4. Sorgen Sie für ausreichend Erholung

Ein erschöpfter Körper erlebt dieselbe Belastung anders als ein ausgeruhter.

Zu wenig Schlaf, hohe Trainingsumfänge, Hitze oder unzureichende Flüssigkeitszufuhr können das Laufen unangenehm machen. Wer sich bereits vor dem Start völlig ausgelaugt fühlt, sollte nicht versuchen, sich durch besonders langes Laufen in eine Euphorie hineinzuzwingen.

Für das Runner’s High gibt es keine gesicherte Formel aus Schlafdauer, Ernährung oder Erholungszeit. Für gesundes und dauerhaft verträgliches Training sind diese Grundlagen trotzdem entscheidend.

5. Beobachten Sie das Gefühl nach dem Laufen

Nicht jeder Läufer erlebt einen plötzlichen euphorischen Zustand.

Vielleicht fällt Ihnen stattdessen auf, dass Sie sich nach einer halben Stunde Bewegung ruhiger fühlen. Vielleicht sind die Gedanken weniger belastend, oder Sie reagieren gelassener auf Situationen, die Sie vorher noch geärgert haben.

Auch das sind wertvolle Trainingseffekte.

Ich würde deshalb nicht ausschließlich nach dem spektakulären Läuferhoch suchen, sondern darauf achten, wie sich das allgemeine Wohlbefinden vor und nach dem Training verändert.

Die eigentliche Kunst besteht darin, eine Belastung zu finden, die wirksam ist, ohne Sie regelmäßig zu erschöpfen. Gerade mit zunehmendem Alter wird die Abstimmung zwischen Trainingsreiz und Regeneration immer wichtiger.

Besser trainieren, statt sich ständig auszupowern

Wie intensiv sollten Sie trainieren? Wann braucht der Körper mehr Belastung, wann eine Pause? Und welche Trainingsmethoden funktionieren auch jenseits der 40 oder 50 noch zuverlässig?

Genau um solche Fragen geht es in meinem kostenlosen Fitness-Newsletter. Ich verbinde sportwissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen und zeige, worauf es bei Bewegung, Leistungsfähigkeit und Regeneration wirklich ankommt.

Wenn Sie sinnvoller trainieren möchten, statt einfach nur mehr zu trainieren, dann tragen Sie sich hier ein.

Kostenlosen Fitness-Newsletter anfordern »

Kostenlos und jederzeit abmeldbar.

Ein einfacher Trainingsansatz für Freizeitläufer

Wenn Sie regelmäßig und beschwerdefrei laufen können, lässt sich folgender Ablauf ausprobieren:

Trainingsabschnitt Dauer Belastung
Einlaufen 5–10 Minuten Sehr locker
Gleichmäßiger Dauerlauf 20–30 Minuten Moderat, etwa 4–6 von 10
Auslaufen 5 Minuten Langsam und entspannt

Es handelt sich um einen praktischen Trainingsvorschlag, nicht um ein experimentell nachgewiesenes Spezialprogramm zur Auslösung des Runner’s High.

Wer sich damit wohlfühlt, kann bei entsprechender Trainingsgrundlage die Hauptbelastung verlängern. Wer noch keine 20 Minuten durchlaufen kann, kombiniert kurze Laufabschnitte mit Gehpausen.

Entscheidend ist, dass die Bewegung zur aktuellen Leistungsfähigkeit passt.

Wer seine Ausdauer systematisch verbessern möchte, sollte außerdem wissen, wie sich unterschiedliche Trainingsintensitäten auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Mehr dazu lesen Sie in meinem Beitrag Effektives Ausdauertraining: Warum Sie mehr als nur joggen sollten.

Warum erleben manche Läufer niemals ein Runner’s High?

Das ist eine ausgesprochen interessante Frage.

Es gibt Menschen, die seit Jahrzehnten laufen und dennoch nie eine ausgeprägte Euphorie erlebt haben. Andere berichten bereits nach relativ kurzen Einheiten von bemerkenswerten Glücksgefühlen.

Die Ursachen solcher Unterschiede sind bislang nicht vollständig geklärt.

Vermutlich spielen sowohl biologische Voraussetzungen als auch die individuelle Wahrnehmung eine Rolle. Ebenso könnten Trainingszustand, Belastungsdauer und situative Faktoren Einfluss nehmen.

Allerdings wäre es zu einfach, Menschen ohne Runner’s High eine unzureichende Endocannabinoidproduktion zu unterstellen. Dafür gibt es keine überzeugende wissenschaftliche Grundlage.

Hinzu kommt, dass die subjektive Wahrnehmung nicht immer direkt mit den gemessenen Endocannabinoidkonzentrationen übereinstimmt.

Ein Läufer kann nach dem Training ausgesprochen zufrieden sein, ohne eine spektakuläre Euphorie zu erleben. Ein anderer empfindet kurze Zeit während des Laufens eine ungewöhnliche Leichtigkeit.

Beides kann Teil einer positiven Trainingserfahrung sein.

Sie müssen also kein Runner’s High erleben, damit Ihr Ausdauertraining gesundheitlich sinnvoll ist.

Kann man das Läuferhoch auch beim Radfahren oder Schwimmen erleben?

Obwohl der Begriff ausdrücklich auf das Laufen verweist, ist das Endocannabinoid-System nicht ausschließlich bei dieser Bewegungsform aktiv.

Auch bei anderen aeroben Belastungen, beispielsweise beim Radfahren, wurden Veränderungen der Endocannabinoidkonzentrationen festgestellt.

Allerdings sind die Untersuchungen hinsichtlich Intensität, Dauer und subjektivem Erleben nicht immer direkt miteinander vergleichbar.

Es wäre deshalb verfrüht, jeder Ausdauersportart dieselbe Wahrscheinlichkeit für ein ausgeprägtes Runner’s High zuzuschreiben.

Die stimmungsverbessernden Wirkungen körperlicher Aktivität sind jedenfalls nicht auf das Laufen beschränkt.

Eine Untersuchung aus dem Juli 2026 zeigte beispielsweise, dass bereits Radfahren mit niedriger Intensität negative Gefühle verringern konnte. Dabei waren die Veränderungen der Endocannabinoidwerte zwischen den einzelnen Teilnehmern keineswegs einheitlich.

Auch das spricht dafür, dass wir zwischen einer allgemeinen Verbesserung des emotionalen Befindens und dem besonderen Phänomen des Runner’s High unterscheiden müssen.

Runner’s High und Schmerzen: Ein natürlicher Schutzmechanismus?

Ein weiterer Aspekt beschäftigt die Forschung seit vielen Jahren: Während intensiver körperlicher Aktivität kann die Schmerzempfindlichkeit vorübergehend abnehmen.

Aus biologischer Sicht ist das durchaus sinnvoll. Ein Organismus, der bei jeder Anstrengung sämtliche Beschwerden unverändert wahrnimmt, hätte bei körperlicher Belastung erhebliche Nachteile.

Sowohl das Opioid- als auch das Endocannabinoid-System sind an der Schmerzregulation beteiligt.

Tierexperimente zeigen, dass die schmerzdämpfenden Wirkungen des Laufens zumindest teilweise über das Endocannabinoid-System vermittelt werden können.

Beim Menschen lässt sich daraus allerdings nicht ohne Weiteres eine therapeutische Anwendung des Runner’s High ableiten.

Menschen mit chronischen Schmerzen können durchaus von geeignetem Bewegungstraining profitieren. Welche Belastung sinnvoll ist, hängt jedoch von der jeweiligen Erkrankung und den individuellen Voraussetzungen ab.

Vor allem sollte eine kurzfristig verringerte Schmerzwahrnehmung nicht dazu verleiten, Warnsignale des Körpers zu ignorieren.

Ein ausgeprägtes Glücksgefühl schützt weder vor Überlastung noch vor Verletzungen.

Neue oder zunehmende Gelenk- und Sehnenschmerzen, Schwindel, Brustschmerzen oder ungewöhnliche Atemnot sind kein Anlass, einfach weiterzulaufen. Bei solchen Beschwerden muss das Training unterbrochen und gegebenenfalls eine medizinische Abklärung veranlasst werden.

Kann Laufen bei Stress und schlechter Stimmung helfen?

Die Antwort lautet grundsätzlich ja. Dafür muss man allerdings nicht zwingend ein Runner’s High erleben.

Regelmäßige körperliche Aktivität kann das psychische Wohlbefinden verbessern. Für Ausdauertraining gibt es zudem wissenschaftliche Untersuchungen, die positive Wirkungen bei depressiven Beschwerden und Angststörungen zeigen.

Diese Wirkungen dürfen jedoch nicht vollständig dem Endocannabinoid-System zugeschrieben werden.

Körperliche Bewegung beeinflusst zahlreiche biologische und psychologische Prozesse. Dazu gehören unter anderem Schlaf, Stressverarbeitung, körperliche Leistungsfähigkeit und das Erleben eigener Handlungsfähigkeit.

Eine Laufrunde kann außerdem eine bewusste Unterbrechung belastender Alltagsroutinen sein.

In meiner naturheilkundlichen Arbeit betrachte ich regelmäßige Bewegung deshalb als wesentlichen Bestandteil der Ordnungstherapie: Der Körper braucht wiederkehrende, angemessene Belastungsreize ebenso wie ausreichende Erholung.

Dass Laufen die Stimmung verbessern kann, ist wissenschaftlich gut belegt. Welche Bedeutung gerade das Runner’s High für längerfristige psychische Veränderungen besitzt, bleibt dagegen eine offene Forschungsfrage.

Warum körperliche Aktivität auch im Zusammenhang mit depressiven Beschwerden interessant ist, habe ich in meinem Beitrag Bewegung senkt das Risiko für Depressionen näher beschrieben.

Bei ausgeprägten oder anhaltenden psychischen Beschwerden ersetzt ein Lauftraining keine notwendige medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.

Für mich ist das ein wichtiger Punkt: Bewegung wirkt nicht isoliert. Wer dauerhaft unter Stress steht, schlecht schläft und sich kaum erholt, sollte nicht ausschließlich am Trainingsprogramm arbeiten. Hier lohnt es sich, die gesamte Lebensführung zu betrachten.

Gesundheit beginnt nicht erst beim Training

Bewegung ist wichtig. Doch auch Schlaf, Ernährung, Stoffwechsel und der Umgang mit Stress beeinflussen, wie belastbar und leistungsfähig wir bleiben.

In meinem kostenlosen Gesundheits-Newsletter zeige ich, welche naturheilkundlichen Möglichkeiten hier sinnvoll sein können. Mit Erfahrungen aus meiner Naturheilpraxis seit 1998, Hinweisen auf interessante Studien und konkreten Anregungen für den Alltag.

Wenn Sie Ihre Gesundheit nicht nur über das Training verbessern möchten, lade ich Sie ein, meinen Newsletter zu lesen.

Kostenlosen Gesundheits-Newsletter anfordern »

Kostenlos, unabhängig und jederzeit abmeldbar.

Kann das Glücksgefühl beim Laufen auch problematisch werden?

Grundsätzlich ist es positiv, wenn körperliche Aktivität Freude bereitet.

Problematisch kann es allerdings werden, wenn Menschen ihre Trainingsumfänge ständig steigern, obwohl sie erschöpft sind oder Schmerzen haben.

Eine solche Entwicklung ist nicht automatisch eine Folge des Runner’s High. Problematisches Trainingsverhalten lässt sich auch durch Leistungsdruck, Gewohnheiten und psychologische Faktoren erklären.

Wichtig ist deshalb eine gesunde Beziehung zum Training.

Wer einen Ruhetag nicht mehr ertragen kann, trotz Verletzungen weiterläuft oder ständig größere Belastungen benötigt, um sich zufrieden zu fühlen, sollte seine Trainingsgewohnheiten überprüfen.

Aus meiner Erfahrung ist das ein häufiger Fehler ambitionierter Sportler: Sie verwechseln die Fähigkeit, eine hohe Belastung auszuhalten, mit der Fähigkeit, diese Belastung auch ausreichend zu verarbeiten.

Dabei gehört Regeneration genauso zum Training wie die Bewegung selbst.

Was passieren kann, wenn Belastungsumfang und Erholung nicht mehr zusammenpassen, erläutere ich auch in meinem Beitrag Wie viel Training ist zu viel? Und wie viel ist gut?.

Das Ziel ist schließlich nicht, möglichst viel zu laufen, sondern langfristig von der Bewegung zu profitieren.

Häufige Fragen zum Runner’s High

Wie lange muss man laufen, um ein Runner’s High zu erleben?

Es gibt keine feste Mindestdauer. In wissenschaftlichen Untersuchungen wurden positive Stimmungseffekte unter anderem nach 45 Minuten Laufen beobachtet. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Läufer nach dieser Zeit ein ausgeprägtes Hochgefühl erlebt.

Braucht man dafür eine besonders hohe Herzfrequenz?

Nein. Die Forschung spricht nicht dafür, dass grundsätzlich maximale oder nahezu maximale Belastungen erforderlich sind. Eine moderate bis zügige Ausdauerbelastung kann ausreichen. Für Anfänger ist es sinnvoller, die Intensität nach dem eigenen Trainingszustand zu wählen.

Ist das Runner’s High dasselbe wie der sogenannte Flow-Zustand?

Nicht ganz. Flow beschreibt einen Zustand hoher Konzentration und des Aufgehens in einer Tätigkeit. Runner’s High bezeichnet dagegen vor allem die emotionalen und körperlichen Veränderungen während oder nach einer Ausdauerbelastung. Beide Erfahrungen können gemeinsam auftreten, sind aber nicht identisch.

Warum bekomme ich kein Runner’s High?

Das kann zahlreiche Gründe haben. Die individuellen Reaktionen auf Ausdauerbelastung unterscheiden sich, und die zugrunde liegenden Mechanismen sind noch nicht vollständig geklärt. Das Ausbleiben einer Euphorie ist weder ein Krankheitssymptom noch ein Hinweis auf schlechtes Training.

Sind Endorphine beim Runner’s High völlig bedeutungslos?

Das lässt sich nicht behaupten. Das körpereigene Opioidsystem wird beim Sport aktiviert und kann verschiedene Wirkungen entfalten. Kontrollierte Experimente sprechen jedoch dagegen, dass die euphorisierenden und angstlösenden Effekte des Runner’s High zwingend von einer Opioidaktivierung abhängig sind.

Kann man das Runner’s High bewusst auslösen?

Eine zuverlässige Methode dafür ist bislang nicht bekannt. Regelmäßiges Ausdauertraining, eine passende Intensität und ausreichende Erholung schaffen gute Voraussetzungen für ein angenehmes Lauferlebnis. Ob daraus ein ausgeprägtes Läuferhoch wird, lässt sich jedoch nicht erzwingen.

Mein Fazit

Als ich mich 2009 erstmals in diesem Beitrag mit dem Runner’s High beschäftigte, standen noch die Endorphine im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Diskussion. Inzwischen spricht vieles dafür, dass das körpereigene Endocannabinoid-System eine wichtige Rolle spielt. Besonders Anandamid hat sich dabei als interessanter Botenstoff erwiesen.

Trotzdem wäre es voreilig, das gesamte Phänomen allein damit erklären zu wollen. Die neueren Untersuchungen zeigen schließlich auch, dass messbare Veränderungen im Endocannabinoid-System nicht zwangsläufig mit einer ausgeprägten Euphorie verbunden sind.

Für die Trainingspraxis ergibt sich daraus ein erfreulich einfacher Gedanke:

Sie müssen weder einen Marathon laufen noch bis an Ihre Belastungsgrenze gehen, um von den positiven Wirkungen des Laufens zu profitieren.

Regelmäßige, angemessen dosierte Ausdauerbewegung kann die Stimmung verbessern, Stress reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden fördern.

Wenn Sie dabei irgendwann dieses außergewöhnliche Gefühl von Leichtigkeit und Freude erleben, genießen Sie es.

Und wenn nicht? Dann haben Sie mit einer gut verträglichen Laufrunde trotzdem etwas Sinnvolles für sich getan.

Wenn Sie erst mit dem Laufen beginnen oder Ihre bisherige Ausdauer verbessern möchten, finden Sie in meinen Beiträgen zum Joggen für Anfänger und zum effektiven Ausdauertraining weitere praktische Anleitungen.

Mehr über Training, Leistungsfähigkeit und Regeneration erfahren?

Viele Trainingsmythen halten sich über Jahrzehnte. Das Runner’s High ist ein gutes Beispiel dafür, wie sehr sich wissenschaftliche Erklärungen verändern können.

In meinem kostenlosen Fitness-Newsletter beschäftige ich mich mit solchen Fragen und zeige, wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse sinnvoll im eigenen Training nutzen lassen.

Wenn Sie Ihre Fitness verbessern möchten, ohne jedem neuen Trend hinterherzulaufen, dann melden Sie sich gerne an.

Ja, ich möchte den kostenlosen Fitness-Newsletter »

Kostenlos. Jederzeit abbestellbar.

Quellen und Studien, die ich mir angesehen habe

  1. Boecker H. et al. (2008): The Runner’s High: Opioidergic Mechanisms in the Human Brain. Cerebral Cortex. Zur Studie
  2. Siebers M. et al. (2021): Exercise-induced euphoria and anxiolysis do not depend on endogenous opioids in humans. Psychoneuroendocrinology. Zur Studie
  3. Desai S. et al. (2022): A Systematic Review and Meta-Analysis on the Effects of Exercise on the Endocannabinoid System. Cannabis and Cannabinoid Research. Zur Übersichtsarbeit
  4. Siebers M. et al. (2023): Do Endocannabinoids Cause the Runner’s High? Evidence and Open Questions. The Neuroscientist. Zur Übersichtsarbeit
  5. Weiermair T. et al. (2024): Investigating Runner’s High: Changes in Mood and Endocannabinoid Concentrations after a 60 min Outdoor Run Considering Sex, Running Frequency, and Age. Sports. Zur Studie
  6. Yabe T. et al. (2026): Low-intensity exercise reduces negative affect via circulating endocannabinoid dynamics in healthy young adults. European Journal of Applied Physiology. Zur Studie
  7. Siebers M. et al. (2026): Endocannabinoid dynamics across marathon and ultramarathon running: evidence from two field studies. BMC Medicine. Zur Studie

Dieser Beitrag erschien von mir erstmals im Juni 2009. Ich habe diesen jetzt im Oktober 2026 auf Grundlage neuer wissenschaftlicher Untersuchungen vollständig überarbeitet und erweitert.

Mich interessiert Ihre Erfahrung: Haben Sie beim Laufen schon einmal ein ausgesprochenes Glücksgefühl erlebt? Nach welcher Laufdauer trat es auf? Oder gehören Sie zu den Menschen, die regelmäßig laufen, ohne dieses besondere Hochgefühl zu kennen? Schreiben Sie Ihre Erfahrungen gerne in die Kommentare.

Tabata Training: Was das Original wirklich ist und warum die meisten Workouts kein echtes Tabata sind

„Tabata“ klingt nach vier Minuten, etwas Musik, viel Schweiß und dem guten Gefühl, gerade ein wissenschaftlich geprüftes Hochleistungstraining absolviert zu haben. Genau an dieser Stelle beginnt das Problem. Denn was heute in Studios, Apps und auf YouTube als Tabata verkauft wird, hat mit dem Original oft nur noch den Namen gemeinsam. Das ist kein Detail für Pedanten, sondern der Unterschied zwischen einem exakt untersuchten Leistungsprotokoll und irgendeinem kurzen Zirkeltraining mit Stoppuhr.

Was ist Tabata Training?

Tabata Training ist eine spezielle Form des hochintensiven Intervalltrainings. Das Originalprotokoll wurde durch den japanischen Forscher Izumi Tabata bekannt und geht auf die Arbeit mit leistungsstarken Athleten zurück. In der grundlegenden Studie aus dem Jahr 1996 wurde kein beliebiges Fitnessprogramm untersucht, sondern ein exakt definiertes Intervalltraining auf dem Fahrradergometer. Die Belastung war extrem hoch und darauf ausgelegt, sowohl das aerobe als auch das anaerobe Energiesystem massiv zu fordern.

Das Original Tabata Protokoll: So sah es wirklich aus

Hier lohnt es sich, die Dinge einmal genau zu betrachten. Es existieren nämlich derart viele verschiedene Tabata Protokolle – und das kann nicht sein. Nach meinen Recherchen besteht das orginal Tabata Protokoll aus:

20 Sekunden maximaler Belastung
10 Sekunden Pause
7 bis 8 Durchgänge
bei etwa 170 Prozent der VO2max
mehrmals pro Woche über 6 Wochen auf dem Fahrradergometer.

Das ist der Kern. Nicht 20 Sekunden Training und 60 Sekunden Pause. Nicht sechs gemütliche Runden. Nicht „vier Minuten Hauptsache anstrengend“. In der Originalarbeit steht ausdrücklich, dass die Sportler sieben bis acht Sätze à 20 Sekunden bei etwa 170 Prozent der VO2max mit 10 Sekunden Pause absolvierten.

Wer wurde mit Tabata trainiert?

Auch hier lohnt sich Präzision. Das Tabata Protokoll entstand im Umfeld des japanischen Leistungssports, insbesondere bei Elite Eisschnellläufern. Izumi Tabata arbeitete mit dem Trainer Koichi Irisawa zusammen. Spätere Rückblicke von Tabata selbst machen deutlich, dass diese Methode aus dem Hochleistungstraining stammt und eben nicht als nettes Fitnessformat für den Durchschnittsbürger entwickelt wurde.

Das erklärt auch, warum das Protokoll so gnadenlos ist. Es wurde nicht für Menschen entwickelt, die zweimal pro Woche „etwas für die Fitness“ machen wollen. Es war ein Werkzeug für Athleten, die an der Leistungsgrenze trainieren.

Warum das Original so hart war

Der eigentliche Witz am Tabata Training ist nicht die Zeitstruktur allein, sondern die Intensität. Viele reden nur über die 20 Sekunden Belastung und die 10 Sekunden Pause. Genau genommen ist das aber nur die Verpackung. Der Inhalt ist die Trainingsintensität. Und die lag im Original bei etwa 170 Prozent der VO2max. Das ist kein Spaziergang mit Pulsuhr. Das ist ein Bereich, in dem die meisten Freizeitsportler sehr schnell merken würden, dass die Fitnesswelt gern mit Begriffen wirft, die sie selbst kaum sauber definiert.

Tabata selbst hat später ausdrücklich darauf hingewiesen, dass viele Menschen nur noch das Zeitschema übernehmen, aber den entscheidenden Faktor, also die Erschöpfung innerhalb von sieben bis acht Intervallen, völlig ignorieren. Genau deshalb sei nicht jedes 20 zu 10 Training automatisch Tabata Training.

Was zeigte die Originalstudie?

Die Studie von 1996 verglich ein moderates Ausdauertraining mit dem hochintensiven Intervalltraining. Das Ergebnis war bemerkenswert: Durch das Tabata Protokoll verbesserten sich sowohl die maximale Sauerstoffaufnahme als auch die anaerobe Kapazität deutlich. Die VO2max stieg, und die anaerobe Kapazität nahm um rund 28 Prozent zu. Das machte das Protokoll so interessant, weil es beide Energiesysteme zugleich stark beanspruchte.

Man muss allerdings auch nüchtern bleiben. Diese Daten stammen aus einem klar definierten Trainingskontext mit gut trainierten Probanden auf dem Ergometer. Daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, dass irgendein Vier Minuten Wohnzimmer Workout dieselben Effekte erzeugt.

Woher kommt die Verwirrung um 20 60 oder andere Varianten?

Die Verwirrung kommt daher, dass es im Bereich des hochintensiven Intervalltrainings mehrere Protokolle gab und gibt. In einer weiteren Arbeit von Tabata und Kollegen aus dem Jahr 1997 wurden zum Beispiel unterschiedliche hochintensive Intervallformen verglichen. Dort tauchen neben dem bekannten Protokoll auch andere Modelle auf, etwa 30 Sekunden Belastung mit deutlich längeren Pausen. Wer irgendwo 20 zu 60 gelesen hat, hat sehr wahrscheinlich verschiedene Intervallmethoden miteinander vermischt.

Mit anderen Worten: Es gibt viele Intervallformen. Aber nicht jede davon ist Tabata.

Warum die meisten heutigen Tabata Workouts kein echtes Tabata sind

Heute wird nahezu jedes Kurztraining mit 20 Sekunden Belastung und 10 Sekunden Pause als Tabata bezeichnet. Burpees, Kniebeugen, Mountain Climbers, Sprünge, Liegestütze, alles bunt gemischt, Hauptsache kurz und schweißtreibend. Das kann durchaus effektiv sein. Es kann Kondition, Stoffwechsel und Willenskraft fordern. Nur ist es eben oft kein Original Tabata. Tabata selbst schreibt in seiner späteren Übersichtsarbeit, dass für andere Übungsformen wie Laufen oder Bodyweight Übungen die Datenlage zu Stoffwechselprofil und Trainingswirkung deutlich dünner ist als für das klassische Fahrradprotokoll.

Das heißt nicht, dass solche Workouts schlecht sind. Man sollte sie nur korrekt benennen. Ein Zirkel im Tabata Stil ist eben etwas anderes, als das definierte Originalprotokoll.

Ist Tabata für Anfänger geeignet?

Hier ist eigentlich klar: das Original eher nicht. Jedenfalls nicht in der Form, in der es untersucht wurde. Wer untrainiert ist, Übergewicht hat, „orthopädische Probleme“ mitbringt oder sich schon bei zügigem Treppensteigen fragt, ob er noch lebt…. für den ist das Original Tabata sicher nichts! Dafür ist die Belastung viel zu hoch.

Für Anfänger können abgeschwächte Intervallformen sinnvoll sein. Dann sprechen wir aber besser von einem angepassten HIIT oder einem Intervalltraining im Tabata Stil. Das ist sprachlich sauberer und trainingsphysiologisch ehrlicher.

Tabata und HIIT: Ist das dasselbe?

Nein. Tabata ist eine spezielle Form von HIIT, aber nicht jedes HIIT ist Tabata. HIIT ist der Oberbegriff für hochintensives Intervalltraining mit ganz unterschiedlichen Belastungs und Pausenmodellen. Tabata ist eine klar definierte Unterform mit einer bestimmten Struktur und einer sehr hohen Intensität. Wer beides gleichsetzt, macht es sich zu einfach.

Für wen kann Tabata sinnvoll sein?

Sinnvoll ist Tabata vor allem für gut trainierte Sportler, die bereits eine solide Ausdauerbasis, Belastungsverträglichkeit und Bewegungskontrolle mitbringen. In diesem Rahmen kann das Protokoll ein sehr effizientes Werkzeug sein, um aerobe und anaerobe Leistungsfähigkeit zugleich zu verbessern. Tabata selbst beschreibt die Methode als eine der energetisch effektivsten Formen des hochintensiven Intervalltrainings, allerdings eben unter den Bedingungen, die das Original ausmachen.

Fazit

Tabata Training ist kein Synonym für „vier Minuten irgendwie hart“. Das echte Tabata Protokoll war ein hochintensives Trainingsmodell für japanische Elite Eisschnellläufer. Es bestand aus sieben bis acht Intervallen à 20 Sekunden bei etwa 170 Prozent der VO2max mit jeweils 10 Sekunden Pause. Die heute verbreiteten Tabata Workouts greifen oft nur das Zeitmuster auf, nicht aber die Intensität, den Kontext oder die wissenschaftliche Grundlage.

Man kann das ruhig deutlich sagen: Der Name hat Karriere gemacht, das Original blieb dabei oft auf der Strecke. Genau deshalb lohnt sich die saubere Unterscheidung. Wer echtes Tabata meint, sollte auch echtes Tabata sagen. Und wer einfach ein kurzes, knackiges Intervalltraining macht, trainiert vielleicht sinnvoll, aber eben nicht automatisch nach Tabata.

Übrigens: Wenn Dich solche Informationen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Fitness-Newsletter dazu an:

Der globale Kampf gegen Bewegungsmangel ist aktueller denn je. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Bewegungsmangel als viertgrößten Risikofaktor für Todesfälle weltweit identifiziert. Allein in Amerika bewegen sich viele Menschen nicht genug, und selbst eine geringe Steigerung kann bereits tiefgreifende Auswirkungen auf Ihre Gesundheit haben. Laut einem Bericht des National Cancer Institute:

„Wenn Erwachsene in den USA im Alter von 40 bis 85+ ihre moderate bis intensive körperliche Aktivität um 10 Minuten pro Tag steigern würden, könnten etwa 6,9 % der jährlichen Todesfälle vermieden werden – 111.174 vermeidbare Todesfälle pro Jahr. Größere Vorteile waren mit einer größeren Steigerung der körperlichen Aktivität verbunden.“  [1]

Um die mit einem sitzenden Lebensstil verbundenen Gesundheitsrisiken einzudämmen, ermutigen Gesundheitsexperten und staatliche Gesundheitsbehörden die Menschen jetzt, mehr Sport zu treiben. Und eine der effektivsten Lösungen, die jedem zur Verfügung steht, ist das Gehen. Es ist die einfachste und zugänglichste Form der Bewegung, und neue Forschungsergebnisse stellen es in den Mittelpunkt einer neuen Fitnessbewegung, die zu einer verbesserten allgemeinen Gesundheit führen wird.

Japanische Forscher haben zwei transformative Methoden entwickelt – Intervall-Walking-Training (IWT) und langsames Laufen. Diese Ansätze sind nicht nur effektiv, sondern auch an verschiedene Lebensstile und körperliche Bedingungen anpassbar.

Aber bevor ich auf diese interessante Methode eingehe, möchte ich noch ein paar „Warnschüsse“ vorab schicken, die sich auf Ansichten beziehen, die immer noch die Runde machen, aber dennoch immer noch falsch sind.

Übrigens: Wenn Dich solche Informationen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Fitness-Newsletter dazu an:

Bewegung ist…

… kein Allheilmittel, um abzunehmen oder sich einzureden, die verhassten Extra-Pfunde auf den Rippen wären das Resultat von zu wenig Bewegung. Zu wenig Bewegung kann den Trend zu mehr Gewicht begünstigen, mehr als das aber nur in Ausnahmefällen. [2]

Man kann auch zu viel trainieren? Zu wenig ist klar…. Aber zu viel? [3]

Regelmäßige Bewegung verlängert das Leben und macht genau das, was man einem Apfel am Tag nachsagt: Es hält den Doktor aus dem Haus. [4]

Die meines Erachtens beste Kombi ist….  [5]

Wer etwas mehr für sich tun will, der sollte einmal einen Blick auf ein Ausdauertraining werfen. [6]

Ein Überblick über das Intervall-Walking-Training

In einer Dokumentation mit dem Titel „Neue Erkenntnisse zum Gehen und Laufen“ untersucht Erica Angyal, Moderatorin bei „Medical Frontiers“, die steigende Popularität von IWT und langsamem Laufen in Japan als Lösung zur Eindämmung körperlicher Inaktivität, insbesondere bei Menschen mittleren und höheren Alters.

IWT stammt von der Shinshu University in Matsumoto, Japan und ist eine strukturierte Form des Gehens, bei der zwischen drei Minuten langsamem, entspanntem Gehen und drei Minuten zügigem Gehen gewechselt wird. Ursprünglich für Sportler entwickelt, wurde IWT inzwischen für alle Altersgruppen und Fitnessniveaus angepasst.

Um die Wirksamkeit von IWT zu quantifizieren, führte das Forschungsteam eine Studie mit drei Gruppen durch – eine, die nicht ging, eine, die täglich 10.000 Schritte ging, und eine, die 30 Minuten IWT machte. Die Studie ergab bemerkenswerte Ergebnisse: [7]

New Findings on Walking and Running – Medical Frontiers – YouTube
(https://www.youtube.com/watch?v=z71aHZ4scMs)

  • Der systolische Blutdruck sank in der IWT-Gruppe viermal stärker als in der 10.000-Schritte-Gruppe. Der diastolische Blutdruck sank um das Zweieinhalbfache
  • Forscher gehen davon aus, dass das Schlaganfallrisiko um bis zu 40 % sinkt, wenn die Teilnehmer diese Gewohnheit fünf Jahre lang beibehalten
  • Depressionssymptome verringerten sich um 50 %
  • Schlafeffizienz stieg um 12 %

Diese Ergebnisse unterstreichen die Fähigkeit von IWT, die kardiovaskuläre Gesundheit und das geistige Wohlbefinden deutlich zu verbessern. Darüber hinaus steigert IWT die Muskelkraft, insbesondere der Oberschenkelmuskulatur, und verbessert die aerobe Ausdauer. Insbesondere stellten die Forscher fest, dass Teilnehmer, die fünf Monate lang IWT machten, 12 % stärkere Oberschenkelmuskulatur hatten als die Gruppe, die nur 10.000 Schritte absolvierte.

Ein weiterer bemerkenswerter Vorteil der erhöhten körperlichen Aktivität ist ein stärkeres Immunsystem. „Früher war ich oft krank, aber jetzt erkälte ich mich selten. Das ist eine große Veränderung“, sagt ein Teilnehmer. Und diese Aussage ist nicht nur anekdotisch – veröffentlichte Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Bewegung Ihr Immunsystem stärkt. Insbesondere produziert s [8]ie entzündungshemmende Zytokine, Neutrophile, Leukozyten, natürliche Killerzellen und Lymphozyten.

Erste Schritte mit IWT

Gehen ist eine der besten Möglichkeiten, Ihre Fitness und geistige Gesundheit zu verbessern. Davon abgesehen ist IWT eine ideale Wahl, da es leicht umzusetzen ist. Nose Hiroshi, der Erfinder von IWT, beschreibt im Folgenden, wie es geht (siehe Link #7 zum YouTube Video):

  • Beginnen Sie damit, Ihre Muskeln richtig zu dehnen.
  • Gehen Sie mit kleinen Schritten. Sie wissen, dass Sie die richtige Intensität erreicht haben, wenn Sie ein Gespräch mit einem Gehpartner genießen können.
  • Erhöhen Sie die Intensität, indem Sie mit größeren Schritten gehen. Ihre Fersen sollten zuerst den Boden berühren, dann Ihre Zehen.
  • Beugen Sie Ihre Arme im rechten Winkel und schwingen Sie sie weit hin und her, damit Sie auf natürliche Weise mit großen Schritten gehen können. Streben Sie eine Geschwindigkeit an, bei der Ihre Wadenmuskeln leicht angespannt sind.
  • Wechseln Sie zwischen drei Minuten langsamem Gehen und drei Minuten schnellem Gehen.
  • Streben Sie insgesamt 60 Minuten schnelles Gehen pro Woche an und verteilen Sie Ihre IWT-Sitzungen auf mehrere Tage.

Langsames Laufen – Steigerung der Intensität durch Gehen

Was ist, wenn Sie die Intensität steigern möchten, nachdem Sie sich an IWT gewöhnt haben? Hier kommt langsames Laufen ins Spiel. Laut „Medical Frontiers“ erfordert langsames Laufen mehr Anstrengung als IWT, aber nicht so viel wie Training mit höherer Intensität. Im Wesentlichen wird langsames Laufen als Training mit geringer Intensität angesehen, bietet aber ähnliche Vorteile wie Training mit mittlerer Intensität.

Das Tolle am langsamen Laufen ist, dass Sie die Vorteile nutzen können, ohne die hohe Disziplin aufbringen zu müssen, die ein Sportler braucht. Soya Hideaki, Ph.D., Fitnessforscher an der Universität Tsukuba, bemerkt: „Das Fortsetzen von Übungen mit mittlerer bis hoher Intensität erfordert hohe Motivation.“

Hideaki weist auch darauf hin, dass Ihre geistige Gesundheit trotz der geringeren Intensität davon profitiert. Seinen Untersuchungen zufolge aktiviert langsames Laufen Gene, die die Hippocampusfunktion ähnlich wie normales Laufen verbessern. Zum Kontext: Der Hippocampus ist an Lernen und Gedächtnis beteiligt, und frühere Forschungsarbeiten haben ergeben, dass Bewegung die Größe dieser Gehirnregion vergrößert. [9]

Dazu gesellt sich noch die Tatsache, dass bei Morbus Alzheimer Neurone im Hippocampus absterben, was erklären würde, warum diese Form der körperlichen Bewegung das Risiko für Alzheimer vermindern kann. [10]

Hideaki und sein Team führten in seinem Labor noch ein weiteres Experiment durch. Sie beobachteten sechs Wochen lang drei Mäusegruppen – die erste machte keine Übungen, die zweite lief mit geringer Intensität und die dritte lief mit hoher Intensität. Nach Durchführung der Tests hatte die Gruppe mit geringer Intensität ihre Hippocampusneuronen im Vergleich zur Gruppe ohne Übungen um das 1,7-fache erhöht. Die Gruppe mit hoher Intensität hatte ihre Hippocampusneuronen dagegen um das 1,3-fache erhöht.

Experimente mit Menschen haben diese Ergebnisse bestätigt. Mithilfe von MRT-Scans (Magnetresonanztomographie) stellte Hideaki fest, dass Teilnehmer, die leichtes Pedaltraining machten, eine erhöhte neuronale Aktivität im Hippocampus aufwiesen als Teilnehmer, die kein Training machten. Dies führte zu besseren Genauigkeitswerten bei einer Untersuchung nach dem Training.

Also, wie läuft man langsam? Laut der Dokumentation ist der Schlüssel, langsam genug zu laufen, damit Sie Ihr Lächeln behalten können. Achten Sie darauf, ein Tempo beizubehalten, das dem schnellen Gehen ähnelt, und halten Sie beim Laufen beide Füße vom Boden ab. Zum Vergleich: Beim Gehen ist immer ein Fuß auf dem Boden.

Übrigens: Wenn Dich solche Informationen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Fitness-Newsletter dazu an:

Gehen ist eine Übung, die man nicht übertreiben kann

Der „moderne“ Mensch bewegt sich heutzutage nicht genug. Und obwohl die Rückkehr zur Bewegung Ihre Fitness und Ihren allgemeinen Gesundheitszustand verbessert, sollten Sie es nicht übertreiben – Studien zeigen, dass übermäßiges, intensives Training auch nachteilige Folgen haben kann. Diese Beobachtung wurde in einer Studie von Dr. James O’Keefe und Kollegen vom „Mid-America Heart Institute“ am St. Louis Hospital in Kansas City veröffentlicht. [11]

In der Studie stellten die Forscher fest, dass bei sitzenden Menschen, die mit dem Training beginnen, eine dosisabhängige Verbesserung verschiedener Gesundheitsmarker beobachtet wird. Dazu gehören eine geringere Sterblichkeit, Diabetes, Depression, Sarkopenie, Sturzrisiko und Osteoporose. Eine Steigerung der Intensität bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sich auch die Vorteile steigern. Kurz gesagt, es gibt eine Grenze, ab der man trainieren muss, um die Gesundheit zu verbessern, bevor sie sich verschlechtert.

Im Wesentlichen zeigt die Studie, dass Teilnehmer, die viel intensives Training absolvieren, beginnen, ihre Vorteile für die Langlebigkeit einzubüßen. Beispielsweise haben Personen in ihren 40ern und 50ern, die an Triathlons über die volle Distanz teilnehmen, ein bis zu 800 % erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern.

Aus den Beobachtungen des Teams ging hervor, dass bei mäßig intensivem Training (definiert als Aktivität, bei der man leicht außer Atem kommt, sich aber noch unterhalten kann) ein klarer „Mehr ist besser“-Ansatz ohne erkennbare Obergrenzen besteht. Das bedeutet, dass man es nicht übertreiben kann, sodass man die körperlichen und geistigen Vorteile des Trainings immer wieder sicher nutzen kann.

Darüber hinaus verbessert moderate Bewegung, zu der Gehen (und damit auch IWT und langsames Laufen) gehört, die Überlebensrate insgesamt etwa doppelt so gut wie intensive Bewegung. Basierend auf diesen Informationen gibt es einen „Sweet Spot“, der durch regelmäßiges, moderates Training erreicht wird, anstatt durch intensives Training. Auf der Suche nach der „Goldenen-Zone“ fürs Gehen rät O’Keefe:

„Mehr ist eindeutig besser. Die größten Vorteile erzielt man, wenn man von einem sitzenden Lebensstil – 2.000 bis 3.000 Schritte pro Tag – auf 7.000 oder 8.000 Schritte pro Tag umsteigt. Hier haben Sie diese sehr starke Senkung der Sterblichkeit und eine Verbesserung der Überlebensrate. Das setzt sich bis etwa 12.000 Schritte pro Tag fort. Die meisten Studien zeigen, dass es bei 12.000 stagniert.“

Erweitern Sie Ihre Gehroutine

Die meisten Menschen profitieren vom Gehen. Sofern Sie keine ernsthaften Gesundheitsprobleme haben, empfehle ich Ihnen, es als Teil eines gesunden Lebensstils in Ihren Alltag zu integrieren. Das Tolle am Gehen oder an jeder anderen Übung mit mittlerer Intensität (IWT oder langsames Laufen) ist, dass es kostenlos ist und jederzeit und überall durchgeführt werden kann.

Wenn Sie lernen, wie man Gehen als Übung trainiert, schaffen Sie eine solide Grundlage, die es Ihnen ermöglicht, andere Trainingsformen hinzuzufügen. Tatsächlich gibt es bereits verschiedene Möglichkeiten, das Gehen zu genießen, wenn Sie Ihr Fitnessniveau gesteigert haben und nach größeren Herausforderungen suchen. Hier sind verschiedene Möglichkeiten, Ihre Gehroutine aufzupeppen:

 

Übrigens: Wenn Dich solche Informationen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Fitness-Newsletter dazu an:

[1]     Deaths Prevented by Increasing Physical Activity – NCI
(https://dceg.cancer.gov/news-events/news/2022/deaths-prevented-exercise)

[2]     Mythos: Übergewicht als Folge von mangelnder Bewegung?
(https://www.gesund-heilfasten.de/diaet/blog/uebergewicht-mangelnde-bewegung-mythos-2015/)

[3]     Wieviel Training ist zu viel? Und wieviel ist gut?
(https://www.der-fitnessberater.de/blog/wieviel-training-ist-zu-viel/)

[4]     Regelmäßiger Sport schützt vor schwerem Krankheitsverlauf
(https://www.der-fitnessberater.de/blog/sport-schuetzt-vor-krankheit/)

[5]     Fastenwandern: Fasten und wandern sind eine beliebte Kombination
(https://www.gesund-heilfasten.de/fastenwandern/)

[6]     Effektiveres Ausdauertraining
(https://www.der-fitnessberater.de/blog/effektiveres-ausdauertraining/)

[7]     New Findings on Walking and Running – Medical Frontiers – YouTube
(https://www.youtube.com/watch?v=z71aHZ4scMs)

[8]     Physical exercise as a tool to help the immune system against COVID-19: an integrative review of the current literature – PMC
(https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7387807/)

[9]     Effects of Exercise on Brain and Cognition Across Age Groups and Health States – PMC
(https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9068803/)

[10]   Alzheimer: Ursachen, Verlauf, Diagnose und Therapie
(https://www.yamedo.de/alzheimer/)

[11]   Training Strategies to Optimize Cardiovascular Durability and Life Expectancy – PMC
(https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10121111/)

[12]   Low Volume, Home-Based Weighted Step Exercise Training Can Improve Lower Limb Muscle Power and Functional Ability in Community-Dwelling Older Women – PMC
(https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6352105/#abstract1)

[13]   Nordic Walking at Maximal Fat Oxidation Intensity Decreases Circulating Asprosin and Visceral Obesity in Women With Metabolic Disorders – PMC
(https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8446531/)

[14]   Psychological Benefits of Walking through Forest Areas – PMC
(https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6313311/)

[15]   Astaxanthin: Nutzen, Studien und Anwendung
(https://www.vitalstoffmedizin.com/vitaminoide-astaxanthin/)

[16]   Wundermittel Astaxanthin?
(https://www.vitalstoffmedizin.com/astaxanthin/)

[17]   Krill Öl – oder wie Astaxanthin wirkt
(https://vitalstoffmedizin.com/blog/krill-oel-wie-wirkt-astaxanthin/)

[18]   Don’t Underestimate the Power of a Walk
(https://hbr.org/2021/02/dont-underestimate-the-power-of-a-walk)

Bitterfeld-Wolfen, einst Synonym für Industrie und grauen Himmel, hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Perle der Natur- und Freizeitgestaltung entwickelt. Im Herzen dieser Verwandlung liegt der Goitzsche-See, ein gefluteter Tagebau, der sich heute als glitzerndes Juwel inmitten einer beeindruckenden Landschaft präsentiert. Und genau hier findet jedes Jahr ein sportliches Highlight statt, das Läufer aus ganz Deutschland und darüber hinaus anzieht: der Goitzsche Marathon.

Eine Strecke voller Geschichten

Die Streckenführung des Goitzsche Marathons könnte nicht malerischer sein. Teilnehmer durchlaufen Wälder, Uferabschnitte und weitläufige Felder, immer begleitet vom Blick auf den See, dessen ruhige Wasserfläche in der Sonne glitzert. Doch der Marathon ist weit mehr als nur ein sportliches Event. Er erzählt die Geschichte einer Region, die sich neu erfunden hat. Wo einst Braunkohlebagger die Erde zerfurchten, herrscht heute ein harmonisches Zusammenspiel von Mensch und Natur.

Ein Event für alle

Der Goitzsche Marathon bietet eine Vielzahl von Disziplinen: vom klassischen Marathon über 42,195 Kilometer bis zum Halbmarathon, 10-Kilometer-Lauf und diversen Staffelläufen. Sogar die Jüngsten kommen bei Bambini-Läufen auf ihre Kosten. Die flache Streckenführung macht das Event besonders für Einsteiger attraktiv, während ambitionierte Läufer die Chance nutzen, Bestzeiten zu erzielen.

Die Veranstaltung lebt von ihrer familiären Atmosphäre. Zuschauer säumen die Strecke, feuern die Athleten an und verleihen dem Marathon ein Gemeinschaftsgefühl, das man selten bei großen Stadtmarathons erlebt. Für viele Teilnehmer ist der Goitzsche Marathon nicht nur ein Wettkampf, sondern auch ein emotionales Erlebnis, das sie mit Freunden und Familie teilen.

Nachhaltigkeit im Fokus

Besonders bemerkenswert ist die nachhaltige Ausrichtung des Events. Der Veranstalter legt großen Wert auf Umweltfreundlichkeit: wiederverwendbare Becher, recycelbare Materialien und eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen unterstreichen das Engagement für den Schutz der Natur. Diese Haltung passt perfekt zur Geschichte der Goitzsche-Region, die sich vom industriellen Brennpunkt zum Vorreiter für Renaturierung und Naherholung entwickelt hat.

Ein Marathon mit Herz

Der Goitzsche Marathon ist nicht nur ein sportliches, sondern auch ein kulturelles Ereignis. Musiker und Straßenkünstler sorgen entlang der Strecke für Unterhaltung, während regionale Köstlichkeiten im Zielbereich darauf warten, probiert zu werden. Die Veranstalter haben es verstanden, eine einzigartige Mischung aus sportlichem Ehrgeiz und regionaler Identität zu schaffen.

Praktische Informationen

Der nächste Goitzsche Marathon findet am 4. Mai 2025 statt. Die Anmeldung ist bereits geöffnet, und Interessierte sollten sich frühzeitig einen Startplatz sichern, da die Veranstaltung in den letzten Jahren immer stärker nachgefragt wurde. Weitere Informationen zu Anmeldung, Streckenführung und dem Rahmenprogramm finden Sie auf der offiziellen Website des Marathons: goitzsche-marathon.eu.

Und praktische Trainingsinfos findet ihr hier auf meiner Seite und natürlich auch im kostenlosen Newsletter!

Es gibt alte, erprobte Methoden, die mit der Zeit nicht an Wahrheit verlieren. Die moderne Wissenschaft mag die zugrundeliegenden Mechanismen genauer erklären, doch die Prinzipien bleiben – zeitlos. Eines dieser Prinzipien ist der sogenannte Nüchternlauf. Als erfahrener Naturheilkundler, der seit über 25 Jahren Menschen auf ihrem Weg zu mehr Gesundheit begleitet, sehe ich im Nüchternlauf nicht nur eine sportliche Technik, sondern eine tiefgreifende Praxis, die Körper und Geist gleichermaßen fordert und fördert.

Galens Worte (der „große Arzt der Antike“) klingen dabei wie ein leiser Widerhall aus der Vergangenheit: „Ich erreichte es, einen großen, fetten Burschen innerhalb kürzester Zeit zu einer gemäßigten Leibesfülle zu reduzieren, indem ich ihn jeden Morgen rennen ließ, bis er eine starke Schweißbildung aufwies.“ Auch heute noch gilt diese Methode als effektiv, um nicht nur die Leibesfülle zu reduzieren, sondern tieferliegende Prozesse im Körper zu harmonisieren.

Doch warum funktioniert das?

Der Körper im Fastenzustand

Nach der Nachtruhe sind die Glykogenspeicher (unsere kurzfristigen Energiespeicher) weitgehend geleert. Wenn wir uns in diesem Zustand bewegen, zwingt das den Körper, andere Energiequellen anzuzapfen. Die Natur hat uns hier einen genialen Mechanismus geschenkt: den Fettstoffwechsel. Indem der Körper auf Fett zurückgreift, verbrennt er nicht nur unerwünschte Reserven, sondern trainiert auch seine metabolische Flexibilität. Diese Flexibilität ist heute, im Zeitalter des permanenten Essens und Bewegungsmangels, zu einem seltenen Gut geworden.

Zur Fettverbrennung hatte ich ausführlich hier geschrieben: Fettverbrennung: Der große Irrtum, oder: So funktioniert es wirklich und zum Fastenstoffwechsel hier: Der Fastenstoffwechsel: Körperliche und seelische Umstimmung durch Fasten

Vorteile über den Fettstoffwechsel hinaus

Aber der Nüchternlauf ist auch mehr als nur eine Methode zur Gewichtsreduktion. Er lehrt den Körper, mit Belastungen umzugehen, ohne sofort auf externe Energiequellen angewiesen zu sein. Das ist besonders für Ausdauersportler von unschätzbarem Wert, da sie in Wettkampfsituationen auf die Fähigkeit angewiesen sind, Energie effizient aus ihren Fettreserven zu beziehen. Doch auch für Menschen, die nicht auf Medaillenjagd gehen, birgt diese Praxis wertvolle Vorteile:

  1. Hormonelle Balance: Die morgendliche Bewegung auf nüchternen Magen regt die Produktion von Wachstumshormonen an, die den Stoffwechsel unterstützen und die Regeneration fördern.
  2. Geistige Klarheit: Der leichte Fastenzustand und die moderate Bewegung schütten Endorphine aus, die nicht nur die Stimmung heben, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit verbessern.
  3. Effiziente Fettverbrennung (wie bereits erwähnt): Studien zeigen, dass der Körper beim Nüchternlauf verstärkt auf Fettreserven zurückgreift, was ihn zu einer wirkungsvollen Methode macht, um Körperfett zu reduzieren.
  4. Blutdruckregulation: Ich habe einige Patienten denen ich das Nüchternlaufen morgens empfohlen habe und deren Blutdruck sich nur mit dieser Maßnahmen normalisiert hat.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter „Unabhängig. Natürlich. Klare Kante.“ dazu an:

Risiken und Grenzen: Für wen ist der Nüchternlauf geeignet?

Doch wie jede Technik hat auch der Nüchternlauf seine Grenzen. Wer unvorbereitet losläuft, riskiert Schwindel oder gar Kreislaufprobleme. Gerade Menschen mit Diabetes oder anderen Stoffwechselstörungen sollten vorsichtig sein und vorher einen Arzt oder erfahrenen Therapeuten konsultieren. Auch Intensität und Dauer spielen eine Rolle: Ein lockerer Lauf von 10 bis 30 Minuten ist optimal. „Untranierte“ können auch einfach mit einem „strammen Gehen“ beginnen.

Die Praxis: Wie beginnt man mit dem Nüchternlauf?

Der Einstieg sollte behutsam erfolgen. Hier ein paar bewährte Tipps:

  1. Sanfter Start: Beginnen Sie mit Spaziergängen oder kurzen, leichten Jogging-Einheiten.
  2. Hydration: Trinken Sie vor dem Lauf ein Glas Wasser, um den Körper zu unterstützen.
  3. Hören Sie auf Ihren Körper: Ein leichtes Hungergefühl ist okay, aber Schwindel oder Unwohlsein sind Warnzeichen.

Fazit

Was mich an der Methode des Nüchternlaufs so fasziniert, ist die Verbindung von alter Weisheit und moderner Wissenschaft. Galens Beobachtungen haben auch in unserer Zeit Bestand, und es liegt an uns, diese Schätze zu bewahren. In einer Welt, die uns mit Komfort überhäuft, erinnert uns der Nüchternlauf daran, dass der Weg zu Gesundheit und Vitalität manchmal darin liegt, dem Körper etwas abzuverlangen.

Übrigens: Wenn Dich solche Informationen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Fitness-Newsletter dazu an:

Der PWC-Test (Physical Working Capacity) ist eine weit verbreitete Methode zur Messung der aeroben Fitness eines Menschen.

Er liefert wichtige Informationen über die körperliche Leistungsfähigkeit und kann sowohl im medizinischen als auch im sportlichen Kontext verwendet werden.

In diesem Beitrag werde ich mich mit den PWC-Tests 130, 150 und 170 befassen, ihre Auswertungsmethoden erklären und die Formel aufzeigen, mit der ihr eure eigenen PWC-Werte berechnen könnt.

Der PWC-Test

Für den Test braucht man einen Fahrradergometer. Das Gerät wird so eingestellt, dass die erbrachte Leistung zu Beginn 25 bis 50 Watt beträgt. Alle 2 oder 3 Minuten    wird die Arbeitslast um 25 bis 50 Watt erhöht.

Die meisten Ergometer im Fitnessstudio kann man dazu getrost vergessen, da man an diesen Modellen keine Wattzahl mehr einstellen kann. Nur „Widerstände“, die aber drehzahlabhängig sind und keine konstante Wattzahl zulassen.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:

Der Teilnehmer im PWC Test „arbeitet“ solange, bis er eine bestimmte Herzfrequenz (HFr) erreicht hat. Dieser angestrebte Pulswert richtet sich nach dem Alter und der eingeschätzten Leistungsfähigkeit.

Dabei wird oft die Grundregel „220 minus Alter“ angewendet, doch es gibt auch 3 Vorgehensweisen mit standardisierten Herzfrequenzen, die in der jeweiligen Belastungsstufe erreicht werden sollen: Puls 130, Puls 150 und Puls 170, entsprechend gibt es den PWC 130, den PWC 150 und den PWC 170.

Standardisierte Einstellungen erleichtern die Einschätzung und Vergleichbarkeit der Ergebnisse. Daher gibt es solche Richtwerte auch für die zu steigernde Arbeitslast in jeder Leistungsstufe. Das WHO-Schema sieht eine Steigerung von 25 Watt alle 2 Minuten vor und das BAL-Schema eine Erhöhung von 50 Watt alle 2 Minuten vor.

Daneben wird auch das Hollmann-Venrath-Protokoll angewendet mit einer Leistungssteigerung von 40 Watt alle 3 Minuten mit einer Anfangslast von 50 Watt. Das gängigste Vorgehen besteht in einer Startbelastung von 50 Watt mit einer Steigerung von 25 Watt alle 3 Minuten.

Nachdem der Teilnehmer eine Leistungsstufe beendet hat, notiert der Therapeut / Trainer die Zeit, die gebraucht wurde, um den Zielpuls (130, 150, 170) zu erreichen beziehungsweise zu überschreiten. Der PWC-Wert ergibt sich dann aus der erzielten Leistung in der letzten und vorletzten Leistungsstufe (P1, P2) und der genauen Herzfrequenz nach deren Beendigung (HFr1, HFr2). Natürlich wird in die Berechnung auch das Körpergewicht mit einbezogen.

Auswertung

Die Formel zur Berechnung des PWC-Wertes lautet:

PWCX =  [P1 + (P2 – P1) X (HFrX – HFr1) / HFr2 – HFr1)] / Kgw

 

Es bedeuten:

P1: Leistung der vorletzten Leistungsstufe

P2: Leistung der letzten Leistungsstufe

HFr1: Herzfrequenz nach der vorletzten Leistungsstufe

HFr2: Herzfrequenz nach der letzten Leistungsstufe

X: 130, 150, 170

Kgw: Körpergewicht

 

Beispielberechnung

Angenommen, eine Person hat im PWC 170 in der vorletzten Belastungsstufe (P1) einen Wert 250 Watt und in der letzten Belastungsstufe (P2) einen Wert von 300 Watt. Der „vorletzte“ Puls betrug 167, der „letzte“ 175. Der Teilnehmer wog 85 kg. In die Formel eingesetzt ergibt sich:

PWC170 =  [250 + (300 – 250) X (170 – 167) / 175 – 167)] / Kgw

 

Weiter (Punktrechnung vor Strichrechnung, kennen wir!):

PWC170 = 250 + 50 X 3 / 8 = 250 + 18,75  = 268,75 und das ganze geteilt durchs Körpergewicht von 85 kg = 3,16

Dieser PWC 170 zeigt eine überragende Leistungsfähigkeit an. Bei einem Wert von knapp unter 3,0 wäre die Leistungs-Kapazität aber immerhin noch über dem Durchschnitt. Das ist beim PWC 130 schon bei einem Ergebnis von 2,0 der Fall.

Die geringste Leistungsfähigkeit besteht beim PWC 170 bei einem Wert von unter 1,5. Diese schwache Beurteilung folgt aus einem PWC 130 bei einem Wert von unter 0,5. Die durchschnittliche Leistungsfähigkeit, also beim PWC 150 beträgt rechnerisch zwischen 1,5 und 2,0.

Fazit

Der PWC-Test ist eine wertvolle Methode, um die aerobe Fitness eines Menschen zu bewerten. Durch die Durchführung eines PWC-Tests und die Berechnung des PWC-Werts erhalten Teilnehmer und Fachleute wichtige Informationen über die körperliche Leistungsfähigkeit. Die PWC-Tests 130, 150 und 170 bieten verschiedene Zielwerte, um individuelle Unterschiede in der Fitness besser erfassen zu können.

Die vorgestellte Formel ermöglicht es den Lesern, ihre eigenen PWC-Werte zu berechnen und ihre Fortschritte im Laufe der Zeit zu verfolgen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der PWC-Test nur eine von vielen Möglichkeiten ist, die kardiorespiratorische Fitness zu messen, und eine umfassende Beurteilung der Gesundheit und Fitness eines Individuums erfordert in der Regel weitere Untersuchungen.

Übrigens: Wenn Dich solche Informationen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Fitness-Newsletter dazu an:

Dieser Beitrag wurde am 12.08.2023 erstellt.

Dieser Volkstriathlon geht über 500 m, 7 km und 20 km.

Die verschiedenen Wettkampfstrecken befinden sich im Umfeld von Burgkunstadt am Main nordwestlich von Kulmbach.

Schwimmen: 500 m beziehungsweise 1.500 m

Die Schwimmstrecke verläuft direkt im Main im Ortsbereich von Altenkunstadt, wo der Fluss nahezu ein stehendes Gewässer bildet.

Laufen: 7 km beziehungsweise 10 km

Die relativ flache Strecke beginnt im Osten des Ortsteils Altenkunstadt in der Nähe des Mains und führt meistens in südlicher Richtung auf dem Radweg zum Marktplatz von Weismain.

Radfahren: 20 km beziehungsweise 40 km

Bei der Radstrecke handelt es sich um einen selektiven Rundkurs von 10 km pro Runde. Der Startpunkt entspricht jenem der Laufdisziplin, aber dann verläuft die Strecke über Baiersdorf bis zur Radwende nordöstlich von Weismain, um via Baiersdorf und Prügel zum Startpunkt zurückzuführen. Die Anzahl seiner Runden muss jeder Teilnehmer selbst richtig mitzählen. Während des Wettkampfes ist die Strecke für den allgemeinen Straßenverkehr gesperrt.

Übrigens: Wenn Dich solche Informationen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Fitness-Newsletter dazu an:

Was gab es zu gewinnen?

Auf jeden Fall ein Finisher-Shirt für jeden, der an den Start geht und am Ziel ankommt.

Volkstriathlon

  • attraktive Sachpreise für die ersten drei Damen und Herren beziehungsweise Staffeln
  • die Urkunde kann jeder im Anschluss aus dem Internet herunterladen

Kurzdistanz und Paratriathlon

Preisgelder für die drei schnellsten Damen und zehn schnellsten Herren

Für Männer und Frauen gilt gleichermaßen (die Staffeln in Klammern):

  1. Platz – 250 € (100 €)
  2. Platz – 150 € (75 €)
  3. Platz – 100 € (50 €)

Die jeweils Schnellsten erhalten zusätzlich einen Sonderpreis vom Landkreis Lichtenfels. Die Preise werden ausschließlich am Wettkampftag verliehen. Wer diesen versäumt abzuholen, bekommt seinen Preis nicht nachgeschickt.

AKTUALISIERUNG Januar 2025

Der Main-Triathlon in Burgkunstadt wird nicht mehr stattfinden. Diese Entscheidung markiert das Ende einer Ära für die lokale Sportgemeinschaft.

In der Vergangenheit zog der Triathlon zahlreiche Athleten und Zuschauer an den Obermain. Die Veranstaltung war nicht nur ein sportliches Highlight, sondern auch ein bedeutendes soziales Ereignis für die Region. Die Absage hinterlässt daher eine spürbare Lücke im lokalen Veranstaltungskalender.

Die genauen Gründe für das Aus des Main-Triathlons wurden nicht detailliert bekannt gegeben. Es ist jedoch bekannt, dass in den Jahren 2020 und 2021 viele Sportveranstaltungen, darunter auch der Baur-Triathlon, aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt wurden.

Die lokale Sportgemeinschaft bedauert das Ende des Main-Triathlons zutiefst. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft neue Veranstaltungen entstehen, die an die Tradition des Triathlons anknüpfen und die sportliche Begeisterung in der Region weiterhin fördern.

Was man derzeit zu „Bauer Triathlon“ findet, ist ein Triathlon im schwedischen Gränna, der am 14. Juni 2025 stattfindet. Mehr dazu findet man auf deren facebook-Seite.

Übrigens: Wenn Dich solche Informationen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Fitness-Newsletter dazu an:

Die Rede ist von einem KI-betriebenem Smart Bike als REHIT-Heimtrainer. Was Sie früher durch 45 Minuten Jogging für Ihre Gesundheit erreicht haben, schaffen Sie damit in nur neun Minuten. Wer bereits mit dem sehr effizienten HIIT-Training vertraut ist, wird über das neue „Reduced Exertion High-Intensity Interval Training“ (REHIT*) begeistert sein. Bereits 26 Minuten pro Woche sind völlig ausreichend, zudem ist der Stressfaktor für Herz und Kreislauf dadurch deutlich reduziert.

Das CAR.O.L. Fahrrad wurde eigens zu solchen Trainingserfolgen gemeinsam mit Fitnessforschern entwickelt. Es ist inzwischen klinisch erwiesen, dass damit ein kurzes, aber zugleich extrem effektives Cardio-Training möglich ist.

Schon nach acht Wochen erhöhen Sie damit Ihr VO2max um zwölf Prozent, was zugleich eine Verlängerung der Lebenserwartung um zwei Jahre bedeutet. Ihr Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, wird sogleich um 62 Prozent reduziert. Überdies führt das Training Ihrem Körper mehr Sauerstoff zu, was wiederum die Stoffwechselvorgänge so stimuliert, dass Sie noch Stunden nach dem Training weiteres Fett verbrennen.

Wie alles begann

Im Jahre 2012 wurden Programme zur Behandlung chronischer Erkrankungen im Zusammenhang mit Diabetes konzipiert, doch alles schien an der fehlenden Motivation der Patienten für Sport zu scheitern. Erst als REHIT im Zusammenwirken mit CAR.O.L. ins Spiel kam, lösten sich diese Probleme in (neun Minuten) Wohlgefallen auf, wobei gleichzeitig ein wissenschaftlich auswertbares Trainingspensum vorlag.

Der Projektleiter Ulrich Dempfle hat selbst seine kardiovaskuläre Fitness mit dem Sportgerät um circa 50 Prozent verbessert und dabei gut zehn Kilogramm abgenommen, wobei er sein Gewicht mit CAR.O.L genau kontrollieren und selbstverständlich halten kann. Sein früher etwas erhöhter Blutdruck ist heute völlig normal.

Aber was genau ist REHIT eigentlich?

Das „High Intensity Interval Training“ (HIIT) dauert typischerweise um die 30 Minuten und ist für die meisten Teilnehmer extrem anstrengend. Im Gegensatz dazu besteht eine REHIT-Sitzung auf dem CAR.O.L. aus nur zwei Sprints à 20 Sekunden, die durch eine kurze Erholungspause unterbrochen werden. Das gesamte Trainingstagespensum dauert auf diese Weise 8 Minuten und 40 Sekunden. Während also HIIT als Training mit hoher Intensität verstanden werden darf, ist REHIT ein Training bei maximaler Intensität. Es bringt Ihren Körper insgesamt und nachhaltig auf ein höheres Fitness- und Leistungsniveau.

Übrigens: Wenn Dich solche Informationen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Fitness-Newsletter dazu an:

Die Frage was besser ist zum Abnehmen (Cardio oder Krafttraining) ist schon so alt, weit ich im Fitnessbereich war und bin. Schauen wir uns diesbezüglich mal Untersuchungen zum viszeralen Fett an.

Bei einer Meta-Analyse von Khalafi et al. geht es thematisch um die Auswirkung von Krafttraining ohne und mit Kalorienbeschränkung auf das Viszeralfett. Letzteres wird auch als intraabdominales Fett bezeichnet. Wirbeltiere lagern es in der freien Bauchhöhle ein, um damit die inneren Organe, insbesondere jene des Verdauungssystems, zu umhüllen.

Allerdings gelten größere Mengen an viszeralem Fett als Hauptrisikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen sowie Typ 2 Diabetes und verschiedene Krebsarten. Damit wird Fettleibigkeit zu einer der häufigsten Todesursachen. Um Viszeralfett und Körpergewicht zu reduzieren, wurden immer wieder sportliche Aktivitäten wie Aerobic oder in letzter Zeit gerade hoch intensives Intervaltraining beschworen.

Allerdings blieben wissenschaftliche Nachweise dafür, gerade mit Blick auf das Krafttraining, bislang aus. Selbstverständlich sind viele gesundheitliche Vorteile mit Letzterem verbunden, aber eine viel beachtete Meta-Analyse des Forscherteams um Ismail aus dem Jahre 2012 gab den Hinweis, dass Krafttraining eben nicht zum Abbau von Viszeralfett taugt.

Übrigens: Wenn Dich solche Informationen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Fitness-Newsletter dazu an:

Die besagte Meta-Analyse von Ismail weist allerdings größere Heterogenitäten auf, die möglicherweise daher rühren, dass ganz unterschiedliche Studien über Krafttraining sowohl mit als auch ohne Kalorienbeschränkungen einbezogen worden sind.

Es kann sehr gut sein, dass die Kalorienreduktion derart effizient das Viszeralfett vermindert, dass ein zusätzliches Krafttraining im wahrsten Sinne des Wortes kaum noch ins Gewicht fällt. Sehr wohl hat Krafttraining dann einen messbaren Effekt, wenn an der Ernährungsschraube nicht gedreht wird.

Vor diesem Hintergrund führten die Autoren der oben genannten Arbeit bewusst eine Neuauflage einer Meta-Analyse zur Wirkung von Krafttraining auf das Viszeralfett durch. Wie üblich begann auch diese wissenschaftliche Arbeit mit einer systematischen Durchforstung der schon vorhandenen Literatur zu diesem Thema.

Dabei ging es um alle Studien, die entweder das Krafttraining direkt mit einer Kontrollgruppe verglichen oder Krafttraining plus Kalorienbeschränkung mit einer entsprechenden Diät-Gruppe in Beziehung setzten.

Darüber hinaus sollten alle Studien peer-reviewed und in einem englischsprachigen Journal veröffentlicht worden sein, wobei die Teilnehmer einen gut messbaren Unterschied an Viszeralfett bezogen auf die Zeiten vor und nach den mindestens vierwöchigen Maßnahmen aufweisen sollten.

Die systematische Literaturstudie wies schließlich 34 Arbeiten aus, die all diese Kriterien erfüllten. In der Summe ergaben sich dabei 2.285 Probanden. Davon ging es in 13 Studien um den Vergleich zwischen Krafttraining plus Kalorienreduktion und einer entsprechenden Diät-Gruppe. In weiteren 22 Studien wurde das reine Krafttraining mit einer Kontrollgruppe verglichen, die keiner Einschränkung in der Ernährung ausgesetzt wurde.

Die Beteiligungen der Probanden dauerten in allen Fällen zwischen zwei Monaten und zwei Jahren. In einigen jener Studien, die Kalorienbeschränkungen einbezogen, wurde die Reduzierung der Nahrungsaufnahme relativ zum geschätzten Basis-Kalorienbedarf des jeweiligen Probanden individuell vollzogen.

So ergab sich eine Spannweite beim Zurückfahren des Nahrungsangebots von 250 bis zu 1.000 kcal pro Tag. In anderen Studien wurde dagegen die Kalorienzahl auf einen bestimmten Tagessatz (meistens um 800 kcal) festgelegt, und zwar gleichermaßen für alle Teilnehmer.

Die Häufigkeit des Krafttrainings rangierte zwischen zwei und sieben Tagen pro Woche. Bei 25 der 34 Studien waren es einheitlich drei Trainingseinheiten pro Woche. Die Meta-Analyse fand heraus, dass Krafttraining in Abwesenheit ambitionierter Kalorienreduktionen sehr wohl die Rückbildung viszeralen Fetts fördert.

Die Effizienz ist dabei aber mit d=0,24 nicht gerade umwerfend, dennoch waren die erreichten Unterschiede mit p < 0,001 sehr signifikant, wobei die Heterogenität in dieser Untersuchung mit I2 = 4.17 % und p = 0.4 ausgesprochen gering ist.

Untersuchungen an Untergruppen bestätigten die Robustheit der Ergebnisse. Das Krafttraining verminderte das Viszeralfett sowohl bei fettleibigen als auch bei normalgewichtigen Probenden deutlich. Auch ein höheres Alter der Teilnehmer schränkte den Erfolg in keiner Weise ein.

Der Vergleich der Gruppen „Krafttraining + Kalorienreduktion“ und „ausschließlich verminderter Kaloriensatz“ ergab mit p=0,09 keinen wirklich signifikanten Unterschied bei der Rückbildung des Viszeralfetts, wobei in der zweiten Gruppe sogar ein größerer Effekt (d=0,23) durchzuschimmern schien. Allerdings lag mit I2 = 58.76 und p = 0.003 eine hohe Heterogenität vor.

Betrachtet man die Waldgrafik beziehungsweise das Blobbogramm dieser beiden Gruppen etwas genauer, wird klar, dass es zwei Studien waren, die zu dem Schluss kamen, dass eine ausschließliche Kalorienreduktion zu bevorzugen ist, weil diese viel größere Werte auswiesen als die anderen Studien, die in der Meta-Analyse verwand wurden.

Daher macht es Sinn, diese beiden „Ausreißer-Studien“ nochmals einzeln durchzuschauen. Dabei fällt dann auf, dass die Teilnehmer der Gruppen „ausschließliche Kalorienreduktion“ mit circa 50 Prozent mehr viszeralem Fett in die Untersuchungen gingen als die Probanden der jeweiligen sportlichen Vergleichsgruppen.

Das erklärt, warum jeweils die zu vergleichenden Gruppen durchaus ähnliche relative Abnahmen des Viszeralfetts um ungefähr 30 Prozent aufwiesen, wobei aber der absolute mittlere Fettverlust in der Gruppe „ausschließliche Kalorienreduktion“ eindeutig größer war, was ja nur logisch ist, wenn das Experiment mit deutlich mehr Fettvorräten angetreten wird. Insofern führte die Einbeziehung dieser beiden Studien zu einem Effekt, als würden bestimmte Basiswerte doppelt gezählt werden.

Beide Studien wurden übrigens an derselben Institution durchgeführt, wobei die spätere Arbeit lediglich eine Fortführung der Ersteren mit ein paar zusätzlichen Probanden pro Gruppe darstellt. Insofern hätte man in die Meta-Analyse nur eine dieser Arbeiten einfließen lassen sollen. Nur so ist das Ergebnis zu erklären, dass der relative Verlust an Viszeralfett in den Vergleichsgruppen scheinbar identisch war.

Vor diesem Hintergrund kann man also den Schluss nicht gelten lassen, dass eine reine Kalorienreduktion hinsichtlich des Abbaus von viszeralem Fett fast noch effektiver ist als eine Kombination von Kraftsport und verminderter Nahrungsaufnahme.

Fazit

Aerobic mag noch ein bisschen effizienter funktionieren als Kraftsport bei dem Ziel, viszerales Fett abzubauen, so jedenfalls bescheinigt es die erwähnte Meta-Analyse von Ismail. Eine andere Meta-Analyse vom Team um Verheggen aus dem Jahre 2016 beschäftigte sich ebenfalls mit Studien zum Vergleich der Wirkungen von Kalorienreduktion und Aerobic-Übungen.

Letztere führten in der Tat zu einer geringeren (totalen) Gewichtsabnahme, aber dennoch zeigte sich durch Aerobic ein größerer Verlust speziell beim viszeralen Fett als bei den Teilnehmern, die sich ausschließlich beim Essen einschränkten.

Im Großen und Ganzen lässt sich also zusammenfassen, dass das Ziel, möglichst viel viszerales Fett zu verlieren, am besten mit einer Kombination aus Aerobic und Kalorienreduktion zu erreichen ist. Dabei wird sich ein Mix aus Aerobic und Krafttraining auf keinen Fall nachteilig auswirken.

Wer am Essen nicht so gern sparen möchte, erreicht möglicherweise mit Aerobic etwas mehr als mit Krafttraining. Wie anfangs eingeführt, ist viszerales Fett in der Tat eines der Hauptrisiken gleich für ein Bündel an Erkrankungen, die durch unseren modernen Lebensstil bedingt sind.

Ganz isoliert betrachtet mag Aerobic kombiniert mit einer Kalorienreduktion das Viszeralfett besser abbauen als Kraftsport-Übungen allein, doch das Geheimnis liegt am Ende immer in der Adhärenz, das heißt, in unserem Langzeitverhalten hinsichtlich einer gesunden Lebensweise, die neben einer reduzierten Kalorienaufnahme auch sportliche Aktivitäten jeglicher Art in den Tagesplan einbezieht.

Übrigens: Wenn Dich solche Informationen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Abnehm-Newsletter dazu an:

Dieser Beitrag wurde am 14.01.2022 erstellt.

Martin Halle ist Professor für „Präventive und Rehabilitative Sportmedizin“ an der TU München. Er bestätigt, dass das Sportlerherz im Ruhezustand relativ langsam schlägt. Aber warum ist das so und wo liegt hier die Grenze? Diese Fragen und was der Ruhepuls so alles über den Gesundheitszustand verrät, darüber gibt Professor Halle in diesem Beitrag Auskunft.

Das vegetative Nervensystem regelt nahezu alle Vorgänge im Körper. Es besteht aus dem parasympathischen und dem sympathischen Anteil. Ersterer regelt lebenswichtige Funktionen wie Herzschlag, Atmung oder Verdauung. Der Sympathikus ist immer dann gefordert, wenn wir schnell entscheiden und handeln müssen. Wer im Normalzustand einen ruhigen Puls hat, verfügt über mehr Dynamik nach oben, falls es mal ernst oder gefährlich wird. Wer dagegen schon auf der Couch einen rasenden Puls aufzeigt, kann bei Stress nichts mehr zusetzen.

Was ist ein niedriger Puls?

Der Ruhepuls eines Profisportlers kann bis auf 35 Schläge pro Minute heruntergehen. Sein Stoffwechsel verläuft in der Tat circa halb so schnell wie desjenigen, dessen Puls bei über 70 liegt. Man darf hier also von einer Art Energiesparmodus sprechen. Einschalten lässt sich dieser, indem der Sympathikus langsamer „feuert“ mit der Folge, dass der Sinusknoten im Herzen nicht so stark aktiviert wird.

Haupt-Taktgeber ist der Sinusknoten

In den Herzkammern gibt es zudem Zellen mit einer elektrischen Grundaktivität, die in etwa bei 35 Impulsen pro Minute liegt. Das bedeutet: Ohne Signale vom Sinusknoten wäre dies die Schlagfrequenz des Herzens. Es ist aber der Sinusknoten, der dafür sorgt, dass sich unser Ruhepuls eher bei 60 oder 70 Schlägen befindet.

Um den Sinusknoten etwas ruhiger takten zu lassen, braucht es über längere Zeit ein moderates, nicht zu intensives Ausdauertraining. Ob es sich dabei um Schwimmen, Laufen oder Radfahren handelt, ist relativ egal. Wer dabei zu forsch herangeht, bewirkt damit, dass der Körper Stresshormone produziert, was genau das Gegenteil von dem bedeutet, was man eigentlich erreichen möchte.

Durch ein langfristiges, moderates Training werden die Gefäße etwas geweitet und zugleich elastischer. Sogar der Herzmuskel wird etwas größer. Um die Körperfunktionen im Ruhezustand aufrecht zu erhalten, braucht das leistungsfähigere Organ nun nicht mehr viel tun.

Wann tritt eine solche wünschenswerte Anpassung in Kraft?

Bereits nach zwei Wochen regelmäßigen sportlichen Trainings kann sich die Pulsfrequenz um fünf Schläge erniedrigt haben. Im „Klinikum rechts der Isar“ der TU München läuft ein solches sportmedizinisches präventives Projekt in Kooperation mit dem Bayerischen Leichtathletik-Verband und dem Bayerischen Fernsehen (https://www.sport.mri.tum.de/de/projekte.html/). Dabei werden eher untrainierte Menschen innerhalb von zehn Wochen zu gesunder Bewegung erzogen. Danach ist deren Puls jeweils um circa 20 Schläge niedriger, sowohl in Ruhe als auch bei Belastung. Dies zeigt, dass man in recht kurzer Zeit eine Menge Herzleistung zulegen kann, wenn man nur will.

Übrigens: Wenn Dich solche Informationen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Abnehm-Newsletter dazu an:

Niedriger als 35 Schläge pro Minute wird der Puls dadurch aber nicht

So weit müssen wir es auch gar nicht kommen lassen beziehungsweise anstreben. Optimal pumpt das ruhige Herz mit 50 bis 60 Schlägen pro Minute. Gerade Patienten mit einer Herzmuskelschwäche sollten diese wohltuende Frequenz nicht signifikant unterschreiten, da sonst die Pumpleistung insgesamt zu gering werden könnte.

Bei Leistungssportlern ist das allerdings anders, weil deren Herz meistens so groß ist, dass es mit 35 Schlägen so viel Blutvolumen transportieren kann, wie es das Herz des Normalbürgers mit 60 Schlägen schafft. Überdies verfügen Sportler über eine verbesserte Sauerstoffverwertung, das heißt, sie brauchen etwas weniger Blut pro Einheit transportierten Sauerstoffs.

Die gute Nachricht ist, dass sich dies sogar die Patienten mit Herzinsuffizienz antrainieren können. Zwar können sie die Pumpleistung ihres Herzens kaum mehr verbessern, aber sie können zumindest ihre Muskeln in die Lage versetzen, den noch zur Verfügung stehenden Sauerstoff besser zu nutzen. Das macht sie nicht nur leistungsfähiger, sie fühlen sich auch viel besser.

Sport muss zur lebenslangen Angewohnheit werden

Was einmal antrainiert ist, ist nicht in Stein gemeißelt. Wer sich nach seiner sportlichen Phase entscheidet, wieder Couch-Potato zu sein, verliert jeglichen Gesundheitsbonus. So gut sich Leistungsfähigkeit und Gesundheit antrainieren lassen, so schlecht stellt sich auch der untrainierte Zustand wieder ein, wenn man alles schleifen und sich selbst gehen lässt. Wer beispielsweise aufgrund einer Verletzung drei Monate lang keinen Sport mehr treiben kann, muss mit einem Ruhepuls rechnen, der dem eines völlig untrainierten Menschen entspricht.

Übrigens: Dass Sport wie ein Medikament zu bewerten ist, sieht man auch daran, dass körperliche Bewegung sowohl überdosiert als auch unterdosiert werden kann.

Was alles sagt uns der Ruhepuls über unseren Gesundheitszustand?

Was wir so lapidar als Fitness bezeichnen, ist im Grunde genommen die aerobe Kapazität. Wenn diese hoch ist, besteht ein eher geringeres Risiko für Diabetes, Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsformen.

Wenn wir sehr intensiv trainieren, schafft es der Durchfluss irgendwann nicht mehr, ausreichend Sauerstoff an die Muskeln zu bringen, und der Stoffwechsel wird anaerob. Wer aber gut trainiert ist, erzielt damit, dass sein Stoffwechsel deutlich länger im aeroben Bereich verharrt, das heißt, er kann zum Beispiel problemlos viel längere Strecken laufen. Das ist mit dem Begriff aerobe Kapazität gemeint.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem Puls und der Herzfrequenz?

Mit jedem Herzschlag wird Blut gegen die Arterienwände gepresst und das spüren wir als Puls zum Beispiel an der Halsschlagader oder am Handgelenk. In der Regel sind Puls- und Herzschlag identisch. Dennoch gibt es sehr schwache Herztätigkeiten, die kaum eine spürbare Druckwelle in den Arterien verursachen. So kommt es immer wieder vor, dass Menschen bei Herzrhythmusstörungen einen vermeintlich niedrigeren Puls haben, als es ihrer Herzfrequenz entsprechen sollte. Mediziner bezeichnen dies als „Pulsdefizit“.

Gibt es auch Sportler mit einem relativ hohen Ruhepuls?

Das kommt schon mal vor, wenn sich ein gut trainierter Mensch eine Infektion eingefangen hat oder zum Beispiel im Verein mit Stress zu wenig schläft. Solche Situationen erhöhen den Ruhepuls um bis zu zehn Schläge pro Minute. Darüber hinaus ist die Überfunktion der Schilddrüse typisch für hohe Pulswerte, weil dadurch der Sympathikus das Herz schneller schlagen lässt. Falls der Ruhepuls gar nicht mehr auf sein normales Maß zurückgeht, könnte eine Insuffizienz vorliegen.

In einer noch recht aktuellen Studie wurde aufgezeigt, dass körperliches Training sogar für Menschen mit künstlichem Herzen zu empfehlen ist, weil dadurch ihre Belastbarkeit und damit ihre Lebensqualität gesteigert werden können. Gerade auf dem Feld der Kardiologie ist Sport unbedingt wie ein gesundes Medikament ohne Nebenwirkungen einzusetzen. Allein, eine „Überdosierung“ kann auch hierbei wie bei jeder Medizin gefährlich werden.

Übrigens: Wenn Dich solche Informationen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Fitness-Newsletter dazu an:

Beitragsbild: stockxpert

Dieser Beitrag wurde am 28.12.2021 erstellt.